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Korschenbroich: Günter Thoren ist jetzt Denkmal-Beauftragter der Stadt

Korschenbroich : Günter Thoren ist jetzt Denkmal-Beauftragter der Stadt

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Denkmalpflege beschloss jetzt, einen ehrenamtlichen Beauftragten für den Denkmalschutz für fünf Jahre zu berufen. Die Verwaltung wurde zwar kritisiert, sie hätte ihren Personalvorschlag mit den Fraktionen abstimmen müssen, gleichwohl fiel das Votum für Günter Thoren einstimmig aus.

Die Stadt ist Untere Denkmalbehörde und in diesem Bereich personell schwach besetzt. "Günter Thoren hat uns in der Vergangenheit bereits in vielfältiger Weise unterstützt, wenn es um Fragen des Denkmalschutzes ging", erklärte der Technische Beigeordnete Georg Onkelbach. Er verteidigte die Entscheidung der Verwaltung, kein Auswahlverfahren vorgenommen zu haben: "Wir gehen davon aus, dass das Interesse an solch einem Ehrenamt gering ist - nicht zuletzt auch deshalb, weil man mit persönlichen Anfeindungen rechnen muss. Herr Thoren hat gezeigt, dass er das aushalten würde." Seine Fachkenntnis wurde ohnehin von den Ausschussmitgliedern nicht angezweifelt. Werner Ortmann vom Heimatverein Kleinenbroich regte die erstmalige Bildung eines Arbeitskreises "Denkmalschutz" an: "Er sollte aus sach- und fachkundigen Bürgern bestehen, die keine Mandatsträger sind." Sie sollten zudem in den Ausschusssitzungen volles Rede- und Mitspracherecht bekommen. Hierüber wurde jetzt nicht entschieden. Onkelbach erklärte dazu: "Solch ein Arbeitskreis ist bislang von uns nicht ins Auge gefasst worden, man kann sicher darüber nachdenken, da sind wir als Stadt offen." Günter Thoren brachte gegenüber unserer Zeitung seine Freude über den einstimmigen Beschluss zum Ausdruck. "Ich war ziemlich unbequem im Vorfeld, habe aber ein dickes Fell", erklärte der 60-jährige Ur-Korschenbroicher. Was ihn in jüngster Vergangenheit auf die Palme gebracht hat: "Das alte Pfarrhaus in Korschenbroich war fünf Monate ohne Dach, da hat es den ganzen Winter reingeregnet." Zudem stellte Thoren fest: "Ich bin gut vernetzt und habe mich schon als Jugendlicher für alles Heimatkundliche interessiert." Vor Kritik habe er keine Angst: "Ich kann damit leben, wenn sie sachbezogen ist." Was er als Gefahr für erhaltenswerte alte Gebäude sieht: "Die Verdichtung der Ortskerne verdrängt die alte Bausubstanz, es ist sehr viel billiges Geld unterwegs." Der Vorsitzende des Vereins "Korschenbroich - unsere Heimat" geht selbstbewusst an seine neue Aufgabe heran: "Ich habe mir einiges angeeignet und wenn ich nicht weiter weiß, weiß ich, wen ich fragen kann." Sein Credo: "Es muss dringend etwas getan werden, sonst gehen viele historische Gebäude in der Stadt unter."

(NGZ)