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Kleinenbroich: Grundwasser: Bürger kontrollieren

Kleinenbroich : Grundwasser: Bürger kontrollieren

Auf Initiative der Grundwasser-Notgemeinschaft Herrenshoff gibt es jetzt im Stadtgebiet eine Bürgervertretung. Die acht Kontaktpersonen sollen für mehr Transparenz sorgen und den Kontakt zu Erftverband und Stadt pflegen.

Seit mehr als zehn Jahren kämpfen betroffene Familien im Stadtgebiet um trockene Keller. Rund 7000 Menschen im Rhein-Kreis fürchten um ihr Eigentum und sehen sich durch den anhaltenden Grundwasser-Anstieg massiven Gesundheitsgefährdungen ausgesetzt. Das Grundwasser-Kappungsmodell, von Rhein-Kreis und Stadt angeschoben und vom Erftverband jetzt umgesetzt, soll bei der Grundwasser-Regulierung helfen. Um Fragen zu beantworten und den Kontakt zu Erftverband und Stadt herzustellen, hat sich eine Bürgervertretung formiert. Acht Kontaktpersonen verstehen sich als "Ansprechpartner vor Ort".

Die Idee einer Bürgervertretung hatte die Grundwasser-Notgemeinschaft Herrenhoff. Für Karl Heinz Häusler eine logische Fortsetzung der bisherigen Arbeit. "Es macht Sinn, etwas enger zusammenzurücken und sich auszutauschen." Dabei verstehen sich Karl Heinz Häusler und Gerhard Salzmann (beide Herrenshoff) als "Bindeglied zwischen den Bürgern einerseits und dem Erftverband beziehungsweise der Stadt andererseits". Für Kleinenbroich haben sich Hans Wilhelm Breuer und Jörg Fischer, für Raderbroich Birgit Otten-Hoeps und Hubertus Goltsch, für Pesch Hubert Renner und Hermann Pflieger gemeldet.

Bei der neuen Bürgervertretung Grundwasser handelt es sich um einen losen, neutralen Zusammenschluss. "Wir sind kein Verein, streben auch keinen Vereinsstatus an", erklärt Hans Wilhelm Breuer. Und Karl-Heinz Häusler ergänzt: "Wir sind alle seit Jahren im Thema, wollen das Grundwasser-Kappungsmodell begleiten und sachbezogen arbeiten." Dabei steuert er seine Erfahrung bei. "Es wird mittlerweile seit zehn Jahren in Herrenshoff gepumpt." Seine Einschätzung: "Bislang ist das, was der Erftverband gemacht hat, ganz vernünftig." Und noch eine gute Nachricht kann der 72-Jährige vermelden: "Wir haben noch 30 Zentimeter Luft, bis gepumpt werden muss." Seine Aufzeichnungen der zurückliegenden Jahren machen Mut: "Wenn es bei den durchschnittlichen Regenfällen bleibt, werden wir im Dezember nicht mehr pumpen müssen."

Die aktuell niedrigen Grundwasserstände sorgen für etwas Entspannung in der Adventszeit. Dass es im Vorjahr anders war, hat Häulser noch gut in Erinnerung. Da wurden die Pumpen am 1. Dezember in Herrenshoff angeworfen. Das war für einige Hausbesitzer schon zu später. Sie meldeten: "Bei uns steht das Wasser im Keller." In Kleinenbroich, Raderbroich und Pesch haben die Pumpen auch noch Pause. 30 Messstellen spiegeln die aktuelle Situation wider. Die Messwerte werden tagesaktuell vom Erftverband (www.grundwasser-korschenbroich.de) ins Netz gestellt.

(RP)