Korschenbroich: Grüne fordern Fußgängerzone

Korschenbroich : Grüne fordern Fußgängerzone

Kein Autoverkehr mehr auf der Sebastianusstraße zwischen Mühlen- und Steinstraße – das fordern die Korschenbroicher Grünen. Doch Händler und CDU lehnen das strikt ab. Das sei schlecht fürs Geschäft.

Kein Autoverkehr mehr auf der Sebastianusstraße zwischen Mühlen- und Steinstraße — das fordern die Korschenbroicher Grünen. Doch Händler und CDU lehnen das strikt ab. Das sei schlecht fürs Geschäft.

Die Sebastianusstraße soll zwischen Mühlenstraße und Steinstraße zur Fußgängerzone werden. Mit dieser Forderung wollen es die Korschenbroicher Grünen zu Beginn der Amtsperiode des neuen Stadtrates erneut versuchen.

Die Idee: Autofahrer, die aus Richtung Hoeren-Platz kommen, müssten an der Ecke Mühlenstraße dann links abbiegen — und würden nicht geradeaus weiter dürfen in den Ortskern. Dieser Eingang ist nach Ansicht der Grünen ein Engpass, der so entschärft würde.

Von der Hindenburgstraße wären zwar noch die Zufahrt zur Steinstraße und zum Platz an der Kirche offen. Die Autos dürften aber nicht mehr rechts in die Sebastianusstraße abbiegen.

Wolfgang Houben, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sieht den lang gehegten Wunsch auch im Zusammenhang mit den Plänen, den Platz vor dem Rathaus und die Sebastianusstraße stadtauswärts bis zum Hoeren-Platz neu zu gestalten.

Dazu hatte im März der Stadtplaner Bernd Michael Wegmann ein Konzept vorgelegt, nach dem der Platz vor dem Rathaus mit Bänken und Bäumen so gestaltet werden soll. "Ein Platz zum Verweilen macht erst richtig Sinn, wenn keine Autos daran vorbeifahren", sagt Houben. Wohl wissend, dass er mit der Fußgängerzonen-Idee nicht nur bei vielen Korschenbroicher Einzelhändlern auf Ablehnung stößt.

"Wir sind strikt dagegen", sagt Christoph Kamper, Vorsitzender des City-Rings. Der Einzelhandel sei darauf angewiesen, dass die Kunden möglichst nahe mit dem Auto an die Geschäfte heranfahren können und genügend Parkplätze ladennah vorfinden.

"Wenn die Durchfahrt nicht gewährleistet wäre, dann bräuchten wir da auch keine Geschäfte mehr. Das ist nicht diskussionswürdig", sagt Kamper. Zumal bei einem Durchfahrtsverbot auf dem Abschnitt der Sebastianusstraße die Geschäfte auch nicht von der Rückseite mit dem Auto zu erreichen wären.

Rückendeckung erhält Kamper vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Marc Venten. "Das Wegmann-Konzept sieht keine Fußgängerzone vor. Und wir sind nach wie vor der Meinung, dass das auch nicht von Vorteil wäre. Das ist kein Thema für uns." Daran ändert offenbar auch das neue schwarz-rote Bündnis im Stadtrat nichts, dessen Zusammenhalt die Grünen mit ihrem Vorstoß ebenfalls auf die Probe stellen.

Denn: Im vor der Wahl veröffentlichten Handlungsprogramm der SPD für die Jahre 2009 bis 2014 steht unter dem Stichwort Verkehrspolitik das Ziel: "eine Fußgängerzone in Korschenbroich mit zentralen Parkplätzen". In den gemeinsamen Zielvorstellungen, welche CDU und SPD in ihren Kooperationsverhandlungen erarbeitet und die Sozialdemokraten im Internet auszugsweise veröffentlicht haben, heißt es dagegen: "Gestaltung der Sebastianusstr. und des Rathausvorplatzes gemäß dem Wegmann-Konzept". Und bei Wegmann ist von Fußgängerzone nun mal keine Rede.

"Wir sollten den neuen Rat erst einmal zusammentreten lassen und dann die Fragen im Zusammenhang diskutieren, wenn sie sich stellen", sagt Albert Richter. Dabei werde die SPD zwar versuchen, ihre Vorstellungen einzubringen, jedoch nicht um den Preis, das gesamte Konzept kaputt zu machen: "Einen Hausbau lässt man ja auch nicht an der Frage nach der Farbe der Fenster scheitern."

(RP)