Glehn: Gourmets lieben Glehner Jagdwurst

Glehn: Gourmets lieben Glehner Jagdwurst

Das Gourmet-Magazin "Feinschmecker" hat die Metzgerei Erkes in Glehn zur besten in NRW gekürt. Die Jagdwurst aus dem Hause Erkes belegt sogar bundesweit Platz drei. Metzgereien müssen kreativ sein, um sich gegen große Supermarktketten durchzusetzen, sagt die Fleischerinnung.

Zwei Jahre lang hat Udo Erkes am Rezept gefeilt. Dann endlich war des Metzgers neuste Kreation fertig: die Altbierwurst. In den Varianten Heidefrühstück im Glas, Salami in Bierflaschenform und Grillwürstchen. Das Altbier dafür bekommt Erkes aus der Brauerei Bolten, getreu seinem Motto "Produkte aus der Region – für die Region". Dieses Motto sei wohl auch ein Kriterium für die jüngste Auszeichnung seines Betriebes, meint der Glehner: die Gourmet-Zeitschrift "Der Feinschmecker" kürte ihn kürzlich zu NRWs Bestem. Zudem wählte sie die Jagdwurst aus dem Hause Erkes auf Platz eins im Land und zur drittbesten unter 1000 in Deutschland. Udo Erkes kreiert gerne schmackhafte Wurstsorten, "das macht mir Spaß", sagt er. "Außerdem will ich mich dadurch natürlich auch von anderen Fleischern abheben."

Für die Kunden interessant bleiben

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"Die Metzger müssen immer mal wieder etwas Neues rausbringen, um sich auf dem Markt zu behaupten und interessant zu bleiben", sagt Willi Schillings, Obermeister der Fleischer-Innung im Rhein-Kreis Neuss. "Im Wettbewerb mit den großen Supermarktketten liegt der Marktanteil der Metzgereien deutschlandweit nur noch bei 17 bis 18 Prozent", ergänzt er. Seit den 60er Jahren sinke der Anteil immer weiter. In Jüchen zählt Schillings derzeit gerade mal einen unabhängigen Fleischerbetrieb, in Korschenbroich kommt er auf sieben. "Vor 25 Jahren waren das zwei- bis dreimal so viele. Unsere Innung hatte bis 2002 noch 55 Mitglieder, jetzt sind wir bei 35 angelangt. Es ist traurig", sagt der Glehner. Auch an Nachwuchs komme nicht viel, "die Jugendlichen haben abschreckende Bilder von Blut und Schlachten im Kopf – dabei muss man damit heutzutage gar nicht mehr viel zu tun haben." Das Image des Fleischers sei nicht mehr zeitgemäß, findet auch Udo Erkes. "Der Beruf ist schwer im Wandel. Die Berufsbilder von Koch und Fleischer wachsen immer mehr zusammen", sagt der Metzger, der selbst auch gelernter Koch ist. Wer beide Ausbildungen mache, habe später gute Berufschancen, ist er sicher. Dann muss sich der Nachwuchs natürlich auf dem Markt einen Namen machen. "Um sich zu behaupten sollten Fleischer auf Produkte aus der Region, eigene Rezepte, geschultes Personal und Qualität setzen", sagt Willi Schillings. Wichtig sei es auch, die Produktauswahl an die Kundschaft anzupassen. "Junge Leute haben zum Beispiel gerne schon vorgewürztes oder mariniertes Fleisch, das schnell zubereitet ist." Eine Sache ärgert Schillings besonders: "Der Verbraucher denkt, dass das Fleisch in den Supermärkten preiswerter ist. Das gilt für ein paar Lockartikel", sagt er. "Aber bei den restliche Waren tut sich nicht viel im Vergleich zur Metzgerei."

(RP)