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Korschenbroich: Glehnerin im Staatsorchester Wiesbaden

Korschenbroich : Glehnerin im Staatsorchester Wiesbaden

Simone Hentschel spielt Schlagzeug. Ihr Traum: Als Berufsmusikerin bei den Philharmonikern in Wien oder Berlin engagiert zu werden. Zurzeit sammelt die Glehnerin wertvolle Erfahrungen im Hessischen Staatsorchester Wiesbaden.

Angefangen hat Simone Hentschel als Fünfjährige mit einer kleinen Trommel. Eigentlich wollte sie schon als Dreijährige in Korschenbroich das Musikschul-Schlagzeug spielen, doch ihre Arme waren noch zu kurz. Bereits mit elf Jahren trat sie dem Landesjugendorchester NRW bei und reiste durch die Welt. Mittlerweile hat die Glehnerin sechs Semester Schlagzeug in München absolviert. Ein Urlaubssemester führte sie als Akademistin an das Hessische Staatsorchester in Wiesbaden. Dort spielte sie in Oper- und Ballett-Aufführungen die große Trommel, Becken, Tamburin, Xylofon, Glockenspiel, Pauke, kleine Trommel und die Triangel. Doch bevor es nun im Oktober zurück nach München geht, hat Simone Hentschel gestern noch einen Zeitvertrag in Wiesbaden unterschrieben.

Sie darf dort weiterhin das 90-köpfige Orchester verstärken. "Ich bin schon ein bisschen stolz", gibt Simone Hentschel dann auch offen zu. "Die müssen schon mit mir zufrieden gewesen sein, sonst hätten sie mich nicht gefragt." Und dass der Orchesterchef Zsolt Hamar einen hohen Anspruch an jeden der Musiker hat, davon konnte sich die 23-Jährige in den zurückliegenden Monaten immer wieder hautnah überzeugen.

Während ihre Schwester Corina (25) ihren Studienplatz von Rostock nach London verlegt hat, will Simone ab Herbst ihr Studium in der bayerischen Metropole wieder aufnehmen. Mittlerweile haben die Schwestern aus Glehn viele Etappen auf dem Weg zum Berufsmusiker erfolgreich gemeistert und ihr Ziel fest vor Augen: Beide wollen in einem großen Orchester spielen.

Während Corinna Hentschel von einer Karriere mit der Geige träumt, will Simone Hentschel auf die Pauke hauen. Um sich voll auf ihr Schlagzeug konzentrieren zu können, hörte sie als 14-Jährige sogar mit dem heiß geliebten Voltigieren auf. "Mein Traum ist es, später bei den Philharmonikern in Wien, München oder Berlin oder an der Staatsoper engagiert zu sein", erzählt sie voller Begeisterung. Dass sie es schaffen kann, weiß sie längst. Die Zeit als Akademistin hat sie gestärkt. "Die Akademiestelle ist mit einem freiwilligen Praktikum vergleichbar."

Allerdings hieß es für Simone Hentschel nicht einfach nur mitlaufen: Sie wurde extrem gefordert. "Ich mache im Endeffekt dieselbe Arbeit wie alle angestellten Musiker des Orchesters, aber eben nur zum Praktikumsgehalt." Doch das war ihr die Erfahrung wert. Die erste Ernte fährt sie bereits mit dem dreimonatigen Zeitvertrag fürs Staatsorchester ein. Da macht es der Musikerin auch nicht viel aus, dass sie derzeit fast täglich zwischen Mannheim und Wiesbaden pendelt.

Der Fulltime-Job hat ihr viel abverlangt, hat sie aber auch selbstbewusster gemacht. "Das war mein Anliegen", sagt Simone. Und auf dem Weg zu ihrem Traum wird sie ganz konkret: "Ich habe mein Herz an die Oper verloren und meine Liebe für das Schlagwerk entdeckt."

(NGZ)