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Korschenbroich: Glehner knacken Sternsinger-Rekord

Korschenbroich : Glehner knacken Sternsinger-Rekord

Nachwuchssorgen kennen die Glehner im Gegensatz zu vielen anderen Pfarren beim Dreikönigssingen nicht. Mit 158 Kindern ist die Teilnehmerzahl so hoch wie nie zuvor. Am Wochenende ziehen die Sternsinger wieder von Tür zu Tür.

Es ist ein Phänomen, von dem viele Kirchengemeinden im Rhein-Kreis Neuss und überhaupt in NRW nur träumen können: Seit Jahren wachsen die Teilnehmerzahlen der Aktion Dreikönigssingen in Glehn. In diesem Jahr präsentieren sich die Sternsinger in der Gemeinde St. Pankratius schon wieder mit einer Rekord-Teilnehmerzahl von 158 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen drei und 20 Jahren. In vielen anderen Kirchengemeinden sieht es ganz anders aus, mancherorts können nur Haushalte besucht werden, die den Sternsinger-Besuch vorher bestellt haben. Davon ist Glehn weit entfernt.

Am nächsten Wochenende wollen die Glehner Sternsinger wieder jeden Haushalt besuchen, Gottes Segen fürs neue Jahr aussprechen und Spenden für Hilfsprojekte auf der ganzen Welt sammeln. Doch was ist das Erfolgsrezept der Glehner Kirchengemeinde? "Es ist nicht nur das Sternsingen am Aktionstag selbst, sondern die lange Vorbereitungszeit, das Gemeinschaftserlebnis", sagt Lena Rehberg (20) aus Glehn, die am Sonntag zum 15. Mal dabei ist. Damit zählt sie zu den "alten Hasen" bei den Sternsingern und begleitet Jüngere vielmehr als Betreuerin. Aber sie ist nach wie vor dabei, weil es ihr Spaß macht.

Lena Rehberg geht sogar noch weiter und spricht von einem "Höhepunkt des Jahres", weil sie beim Dreikönigssingen auch alte Schulfreunde wiedertrifft, die ebenfalls mit der Aktion großgeworden sind und ihr auch weiterhin treu bleiben wollen.

"In Glehn werden viele von ihren Geschwistern fürs Sternsingen begeistert. Die Jüngsten rollen bereits im Kinderwagen von Tür zu Tür", berichtet Martin Bienioschek, der die Aktion gemeinsam mit weiteren Helfern organisiert. "Seit 1979 gibt es in Glehn Sternsinger. Damals hat alles mit nur zwölf Kindern für den gesamten Ort angefangen", sagt Bienioschek. Seitdem hat sich die Zahl der Teilnehmer mehr als verzehnfacht. "Wir machen aber keine Olympiade daraus. Uns geht es ja nicht um besonders hohe Teilnehmerzahlen oder Spendengelder. Das ergibt sich einfach", sagt der 48 Jahre alte Mitorganisator.

Bestes Beispiel dafür ist die Familie von Jule Frobel aus Steinforth/Rubbelrath, die mit ihren 14 Jahren auch schon zu den Stamm-Sternsingern gehört. Ihr Bruder Nils (16) geht auch mit - "diesmal zusammen mit einem brasilianischen Austauschschüler, dem wir die Aktion vorstellen wollen", erzählt Jule Frobel, für die es am Samstag losgeht. Dann stehen zunächst die Nachbarorte, zu denen auch Epsendorf, Schlich und Scherfhausen zählen, auf dem Plan. In Glehn selbst starten Caspar, Melchior und Balthasar nach dem Aussendungsgottesdienst am Sonntagmorgen um 10 Uhr in St. Pankratius zu ihren Touren durch die Straßen.

Rund 17 000 Euro kamen dabei jeweils in den vergangenen Jahren zusammen. Geld, das notleidenden Kindern auf der ganzen Welt zugute kommt. Aufhänger in diesem Jahr ist Mangelernährung von Kindern in ärmeren Ländern der Welt. Als konkretes Beispiel werden die Philippinen genannt, wo sich ganze Familien tagelang fast ausschließlich von Reis ernähren.

(NGZ)