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Glehn: Heimatfreunde wollen Gräber bedeutender Familien erhalten

Ein zerfledderter Friedhofsplan von 1943 gab den Anstoß : Heimatfreunde wollen Gräber bedeutender Glehner erhalten

Der Verein sprach darüber, wie die bedeutenden Glehner Familien geehrt werden sollen und über das künftige Neubaugebiet an der Hauptstraße/Wolfstraße. Was dabei heraus kam.

Ein zerfledderter originaler Friedhofsplan von 1943 war Anlass für neue Überlegungen bei der Jahreshauptversammlung der Glehner Heimatfreunde. Stephen Hendy berichtete von dem Fund, den die Heimatfreunde dem Archiv der Stadt Korschenbroich überlassen und im Gegenzug die Kopie des wieder hergestellten Plans bekommen hatten. Was wie von selbst zum Thema „historische Grabsteine bedeutender alter Glehner Familien“ führte.

Dazu hatte „Mister Archiv“ – wie Stephen Hendys Spitzname lautet – bereits mit dem Friedhofsamt Kontakt aufgenommen und man einigte sich darauf, dass die Heimatfreunde einen Vorschlag machen sollten. Dieser sieht nun vor, Grabmale von Familien wie Adam Titz, die einst eine bedeutende Marmeladen- und Krautfabrikation in Glehn betrieben hatten, oder auch das Grabmal der Familie Drink – passender könnte der Name nicht sein –, der früher die Gaststätte „Alt Glehn“ sowie das ehemalige Kino gehört hatte, zu erhalten. Auf den alten Gräbern könnte Rasen eingesät werden. Dort sollte später auch eine Stele sein, auf der zu lesen ist, welche Bedeutung die betreffende Familie einst für den Ort hatte.

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Das künftige Neubaugebiet an der Hauptstraße/Wolfstraße war ebenfalls Gesprächsthema. Die anwesenden Heimatfreunde waren sich einig, dass zwar Wohnraum geschaffen werden muss – jedoch „nicht um jeden Preis“, hieß es immer wieder. Denn Bebauungen wie an der Joenstraße oder auch an der Hauptstraße neben der Bäckerei Brass fand niemand positiv und alle betonten: „Eine Bebauung muss ins Ortsbild passen.“

Korschenbroichs ehemaliger Bürgermeister Heinz Josef Dick sprach vom Neubaugebiet „Körschgens Weide“ und dass der Bau 2023 oder 2024 beginnen könnte. Dick schlug vor, dass sich die Heimatfreunde rechtzeitig um neu zu vergebende Straßennamen Gedanken machen sollten. Er dachte dabei beispielsweise an die früher in Glehn sozial engagierten Nonnen des Ordens „Arme Dienstmägde Jesu Christi“.

Lange Diskussionen gab es schließlich darüber, ob sich ein Heimatverein auch um das „Heute“ kümmern müsse, weil ein Großteil der zugezogenen Neubürger das „Gestern“ offenbar nicht so sehr interessiere. Die Wahlen brachten keine Überraschungen. Vakant bleiben die Positionen des zweiten Kassierers und eines Beisitzers.