Korschenbroich: Gesamtschule: Grüne halten an Elternbefragung fest

Korschenbroich : Gesamtschule: Grüne halten an Elternbefragung fest

Schullandschaft stand im Mittelpunkt der Bürgersammlung. Das Fazit: Eine Kooperation mit Kaarst ist noch möglich.

Eine Kooperation mit der Gesamtschule Kaarst-Büttgen ist für die Korschenbroicher Bündnisgrünen noch nicht vom Tisch. "Der Kaarster Stadtrat hat eine Zusammenarbeit nicht abgelehnt, sondern entscheidet erst, wenn das Ergebnis der Elternbefragung vorliegt. Deshalb ist es so wichtig, dass wir in Korschenbroich eine Elternbefragung starten." So lautet das Fazit, das Fraktionsvorsitzender Wolfgang Houben am Montagabend vor gut 20 Zuhörern im Rahmen eines Informationsgespräches zum Thema Gesamtschule zog. Hintergrund der Veranstaltung war die Ankündigung von Bürgermeister Heinz Josef Dick, dem Stadtrat am 27. August vorzuschlagen, auf die Elternbefragung zu verzichten. Denn Dick wertet das abwartende Verhalten der Kaarster Politiker als "Hinhaltetaktik". "Diese Irritationen dürfen nicht zu einem Aus führen", betonte Ratsmitglied Martin Kresse (Grüne).

Für die Korschenbroicher Grünen steht es außer Frage, dass 2016 doch noch eine Dependance der Gesamtschule in dem Gebäude der städtischen Hauptschule in Kleinenbroich eingerichtet werden kann, zumal die Bezirksregierung die Weichen für einen Zweckverband gestellt hat. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass mindestens 50 Elternpaare der Kinder, die aktuell die zweiten, dritten und vierten Klassen der Grundschulen besuchen, ihr Interesse an einer Gesamtschule bekunden. Diese Zahl ist von der Bezirksregierung vorgegeben. Deshalb fordern die Grünen Bürgermeister Dick auf, die Elternbefragung umzusetzen, zumal sich der Stadtrat in seiner Sitzung am 23. Juni einstimmig dafür ausgesprochen hatte. "Wir Grüne stehen zu dem Beschluss", sagte Martin Kresse und appellierte an die anderen Fraktionen, sich zu dem Ratsbeschluss zu bekennen. Er machte deutlich, dass es nicht gegen die Realschule oder das Gymnasium gehe, sondern um eine weitere Schulform als Ersatz für die auslaufende Hauptschule. "Abwarten geht nicht. Es darf nicht zu der Situation kommen, dass es für Hauptschüler keine Schule in Korschenbroich gibt", sagte Georg Waldmann, parteiloser Bürgermeisterkandidat der Grünen. "Eine Stadt in der Größe Korschenbroichs ist ohne drei Schulformen nicht vorstellbar." Dass das Thema Gesamtschule den Eltern auf den Nägeln brennt, zeigte die anschließende Diskussion. "Wir sehen neun Schuljahre als echte Option zu G8", sagte Stefan Lück, dessen Tochter jetzt in die vierte Klasse kommt. "Dass die Elternbefragung abgesagt werden soll, können wir nicht nachvollziehen", fügte er hinzu. Damit Haupt- und Gesamtschüler ab August 2016 gemeinsam unterrichtet werden können, drängt die Zeit. "Werden Sie aktiv", forderte Waldmann deshalb die Eltern auf. "Schicken Sie eine Mail an den Stadtrat, oder lassen Sie eine Unterschriftenliste auf dem Elternabend rumgehen".

(NGZ)
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