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Korschenbroich: "Geld für Kinder ist gut investiert"

Korschenbroich : "Geld für Kinder ist gut investiert"

Vorsitzender Egon Schuh und die Paten besuchten SOS-Familien in Rumänien

Wenn Egon Schuh mit Besuch aus Korschenbroich zum SOS-Kinderdorf Cisnadie in Siebenbürgen kommt, stehen die Kinder schon zur Begrüßung bereit. "Das ist immer ein wahnsinnig netter Empfang", erzählt der Vereinsvorsitzende des VfB-SOS. Er weiß, wie sehr die Kinder eine solche Wertschätzung genießen und sich über Geschenke freuen. "Das sind oft verstoßene Kinder, die von ihren Eltern einfach weggeben wurden", ereifert sich Schuh. Seit Bestehen des Vereins haben er und Ehefrau Margret die Verantwortung für 19 Patenschaften persönlich übernommen und immer wieder andere für eine solche Aufgabe begeistert. Als engagierte Paten sind beide in dieser Mission weltweit unterwegs.

Im SOS Kinderdorf Cisnadie gibt es elf Familienhäuser mit 64 SOS-Kindern. Der Verein VfB-SOS unterstützte dort seit 1996 insgesamt 38 SOS-Waisenkinder mit Patenschaften. 13 dieser Kinder leben heute noch im Kinderdorf. Die anderen sind gut in die rumänische Gesellschaft integriert. Schuh freut sich, etwa für Andrea, die einen Schulabschluss geschafft und eine Stelle gefunden hat, obwohl sie wegen ihrer Roma-Abstammung um Anerkennung kämpfen musste. Voller Stolz erzählt er von Viktoria, die nach einem Studium in Ökonomie und EDV zur Abteilungsleiterin einer großen Bank aufstieg. Von den VfB-SOS-Paten Annegert und Jürgen Thurau, Manfred Boldt sowie Uschi Bungartz begleitetet, übergab Schuh im Namen des Vereins Spendengelder in Höhe von 10.500 Euro. In Siebenbürgen besuchten die Reisenden auch das Kinderheim "Little John", in dem acht schwerbehinderte Kinder, Autisten mit geistigem Handicap, wohnen. Für das Heim, das der Verein seit 2003 jährlich unterstützt, hatten die Reisenden 1.850 Euro Spenden im Gepäck.

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Höhepunkt der Reise war das Abendessen mit SOS-Kindern und SOS-Müttern in einem schönen Restaurant. Gekommen waren auch einige Ehemalige. "Der 21. Besuch steht für 21 Jahre. Einige von den Kindern sind nun aus dem Dorf raus. Auch sie erzählen, was aus ihnen geworden ist. Ich mache mir dazu Notizen und berichte den Paten. Die sehen dann, dass ihr Geld gut verzinst ist", sagt Schuh.

Eine Patenschaft für ein Kind kostet 372 Euro im Jahr und läuft im Schnitt über zehn Jahre. Etliche Paten verpflichten sich - wie zum Beispiel auch Margret und Egon Schuh - für mehrere Patenschaften. Zu ihnen zählt die Korschenbroicherin Uschi Bungartz. Beim Besuch in Siebenbürgen übernahm sie spontan für das Mädchen Ionela ihre inzwischen fünfte SOS-Patenschaft. Aktuell steht der Verein für 427 Patenschaften in 106 Ländern und nimmt damit in der Anzahl der Patenschaften seit 2001 weltweit die erste Stelle ein.

(NGZ)