Korschenbroich: Ganztagsschule: Sport diktiert

Korschenbroich: Ganztagsschule: Sport diktiert

Der Stadtsportverband Korschenbroich gibt für die Bewegungsangebote der Ogata klare Regeln vor. Das soll die örtlichen Vereine stärken. Die Elternvereine für die Ganztagsschule halten einige Richtlinien für zu starr.

Über den Sport in Korschenbroich hält der Stadtsportverband (SSV) die Hand, da überlässt er nichts dem Zufall. Auch bei der Offenen Ganztagsschule (Ogata) nicht. Wollen die Trägervereine künftig Sport anbieten zwischen 15 und 16.30 Uhr, läuft das nach Vorstellung des SSV nur nach den eigenen Regeln – zu Inhalten, Übungsleitern und Honoraren. Die Ogata-Vereine wollen zwar nicht undankbar sein für so viel Fürsorge, bedingen sich aber die Freiheit für Ausnahmen aus.

Das gibt der SSV in Abstimmung mit der Stadt vor:

Übungsleiter Müssen aus Vereinen stammen, die dem SSV angeschlossen sind; ein Pool soll entstehen. Damit schottet der Verband die Ogata gegen auswärtige Vereine, kommerzielle Anbieter und freie Übungsleiter ab. Fehlt für einen speziellen AG-Wunsch das geeignete Personal in den eigenen Vereine, sieht sich der SSV auf dem freien Markt um. Nach Möglichkeit sollen Ganztagsschulen vom ortsansässigen Verein versorgt werden.

Inhalte Das Sportangebot soll den Vereinen keine Konkurrenz sein. Schließlich sind sie an Nachwuchs interessiert. SSV-Geschäftsführer Hans-Peter Walther sieht stattdessen diese Funktionen: Schulsport vertiefen; unsportliche Kinder fördern, motorisch schwache und dicke etwa; Grundlagen vermitteln, um Neugier auf eine Vereinsmitgliedschaft zu wecken.

  • Meerbusch : Sportangebot auf dem Prüfstand

Honorar Die Übungsleiter werden 25 Euro für 90 Minuten bekommen. Das ist mehr, als im Regelfall die Vereine zahlen. Die Sorge in den Klubs, dass Trainer deshalb zur Ogata abwandern, hält Walther für unangebracht: „Die 25 Euro sind ein schönes Zubrot vor allem für junge Leute, die sich zum Beispiel was zum Studium hinzuverdienen wollen. Der normale Übungsleiter macht das nach der Arbeit, der braucht das Geld nicht.“

Im Prinzip ja, aber . . . Darauf liefen gestern die Antworten der Ogata-Vereine Budenzauber und Flummigumm hinaus. Beide wollen schon einmal nicht auf ihre bisherigen Mitarbeiter verzichten, die seit Jahren Sport-AGs leiten. Der Budenzauber will darüber hinaus auch mit kommerziellen Anbietern verhandeln dürfen. „Da sehen wir noch erheblichen Klärungsbedarf. Außerdem hätten wir uns gewünscht, als Ogata-Partner im Vorfeld in die Gespräche einbezogen zu werden“, erklärte gestern Budenzauber-Sprecher Dr. Georg Wolf. Grundsätzlich begrüße man aber, „dass die Stadt nach längerer Stagnation Dynamik an den Tag legt.“ Mit den Vorgaben zu Honoraren und Inhalten könne man leben.

In der einzigen schon bestehenden Ganztagsgrundschule in Herrenshoff stößt der SSV mit seinen Leitlinien nur auf Gegenliebe. „Mit den Vorgaben haben wir kein Problem. Es besteht seit langem eine sehr gute Kooperation mit den Vereinen. Das ist alles sehr fruchtbar“, sagte Schulleiterin Marie-Luise Grüe. „Wo wir Unterstützung nötig haben, gewährt sie uns der Stadtsportverband gerne.“

(RP)
Mehr von RP ONLINE