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Korschenbroich: Fluglärm: Bürger sollen Einwände einreichen

Korschenbroich : Fluglärm: Bürger sollen Einwände einreichen

Der Airport Düsseldorf will mehr Flugbewegungen durchsetzen. Die Korschenbroicher können noch bis 7. Juli ihre Bedenken dazu äußern.

Doris und Martin Rothe blicken besorgt gen Himmel. Schon jetzt ist der Fluglärm über der Stadt vor allem in den Morgen- und Abendstunden für sie kaum zu ertragen. Jetzt will der Airport Düsseldorf die Zahl der Flugbewegungen von derzeit 47 auf 60 pro Stunde erhöhen. Zu viel findet das Ehepaar, das vor 25 Jahren die Bürgerinitiative gegen Fluglärm in Korschenbroich gegründet hat. Im Namen des Vereins bitten sie alle Einwohner der Stadt darum, schriftlich ihre Bedenken beim Land NRW zu äußern und sich gegen den Antrag auf Erweiterung der Betriebsgenehmigung des Flughafens Düsseldorf auszusprechen.

"Schon jetzt ist es so, dass die Fluggesellschaften ihre Slots, also die Zeitfenster in denen die Flugzeuge starten dürfen, zwischen 6 und 8 Uhr voll ausnutzen", sagt Martin Rothe, Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen Fluglärm in Korschenbroich. Gleiches gelte für die Slots ab 20 Uhr. "Mit dem Antrag auf Kapazitätserweiterung soll eine noch intensivere Nutzung der Start- und Landebahnen in den nachfragestärksten Zeitstunden vormittags und ab 16 Uhr möglich sein", sagt Wolfgang Houben, zweiter Vorsitzender der Bürgerinitiative. Dabei bleiben viele freie Zeitfenster, die dazwischen liegen, vollkommen ungenutzt. Aus der Sicht der Bürgerinitiative sind die Argumente des Flughafens nicht stichhaltig. Weder verkehrspolitische noch volkswirtschaftliche Gründe sprechen laut Rothe und Houben für eine Erweiterung.

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Doch damit nicht genug. Nicht nur die Flugbewegungen sollen von 262.000 auf 318.000 erhöht werden. Der Airport will ebenfalls zusätzliche Abstellpositionen bauen. "Wo soll der Platz dafür geschaffen werden? Der Flughafen Düsseldorf ist ein Stadtflughafen", sagt Doris Rothe. Kleine Maschinen unter zwei Tonnen haben dabei das Nachsehen. Ihnen wird in dem Antrag an das Land NRW kaum noch Beachtung geschenkt. "Das bedeutet, dass ihnen weniger Slots zur Verfügung stehen und sie großen Maschinen den Platz abgeben müssen", erzählt Martin Rothe. Aufgefangen werden soll das vom Mönchengladbacher Flughafen. Sollte das passieren, werde ganz Korschenbroich permanent mit Fluglärm beschallt.

Der Hauptausschuss der Stadt Korschenbroich hat bereits eine ablehnende Stellungnahme beschlossen. Jetzt muss nur noch der Stadtrat am 30. Juni sein Okay für eine Ablehnung geben. "Das allein reicht jedoch nicht", betont Houben. Die Bürger müssen aktiv werden und ihre Bedenken schriftlich gegenüber der Bezirksregierung Düsseldorf äußern. Eine Unterschriftensammlung wird abgelehnt. "Wichtig ist, dass Anregungen der jeweiligen Einzelpersonen postalisch bis zum 7. Juli beim Land NRW eingehen. Es reicht ein Satz, dass man sich von der Flugerweiterung belästigt fühlt", sagt Doris Rothe.

Die Bürgerinitiative hatte sich bereits 2005 erfolgreich gegen den Ausbau des Mönchengladbacher Flughafen eingesetzt.

(NGZ)