Korschenbroich: Feuerwehr kommt aus dem Schuppen

Korschenbroich: Feuerwehr kommt aus dem Schuppen

Die Löschgruppe Pesch will endlich umziehen und ihr in die Jahre gekommenes Gerätehaus verlassen. Das neue Feuerwehrhaus soll am Friedhof gebaut werden. Die Stadt will die Pläne noch dieses Jahr festzurren.

Die Pescher Feuerwehrleute warten "sehnsüchtig" auf ihr neues Gerätehaus. So beschrieb es Löschgruppenleiter Michael Bommes jetzt bei einer Versammlung im Ort, bei der es um verschiedene Themen ging, die die Pescher derzeit beschäftigen. Das Thema "neues Feuerwehrgerätehaus" stand dort hoch im Kurs - denn der Schuppen an der Liedberger Straße ist alles andere als zeitgemäß. Es ist dort eng, die Bausubstanz alt. Bereits seit Monaten wird über einen neuen Standort für die Pescher Feuerwehr diskutiert, zuletzt war es ruhig geworden um die Löschgruppe, die 25 aktive Mitglieder zählt. Bürgermeister Marc Venten sagte jetzt allerdings zu, den neuen Standort "zeitnah" festlegen zu wollen: Noch 2018 soll die Sache durch den Hauptausschuss.

Als Favorit gilt eine Fläche direkt am Pescher Friedhof, die allerdings umstritten ist: Anwohner hatten bereits Bedenken wegen des Lärms geäußert, der entstehen könnte. Löschgruppenleiter Michael Bommes richtete sich bei der Versammlung mit einem Appell an die Pescher. Er betonte, wie wichtig die Löscheinheit für den Ort sei. Und er nahm Bezug auf die Bedenken, die Anwohner des Friedhofes bereits geäußert hatten. "Das Gerätehaus wäre keine Wache, die 24 Stunden besetzt ist. Da herrscht kein High-Life", sagte er und betonte im Namen seiner Kameraden: "Wir machen gerne Feuerwehr."

Auch Korschenbroichs Feuerwehr-Chef Frank Baum hatte jüngst die Bedeutung der - wenn auch kleinen - Löschgruppe unterstrichen: "Die Einheit ist stark. Sie kann innerhalb kürzester Zeit andere Gruppen unterstützen. Außerdem könnte etwa der Löschzug Korschenbroich bei einem Einsatz im Randbereich von Pesch die achtminütige Hilfsfrist nicht einhalten." Baum will an der Einheit festhalten - der Meinung eines Experten, der die Einheit 2016 gar als überflüssig eingestuft hatte, folgt er nicht.

Foto: Reichartz Hans-Peter
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Die Bedenken der Friedhofs-Anwohner treffen bei vielen anderen Peschern auf Unverständnis. Dennoch sollen sie nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Wie Bürgermeister Marc Venten erklärte, soll - nachdem der Hauptausschuss den neuen Standort festgelegt hat - ein Bebauungsplan erstellt werden, der dann im Rathaus öffentlich einsehbar ist. "Dort können Bürger ihre Bedenken kundtun." Alternativen sehe man bisher nicht. Der zweite Stellvertreter des Bürgermeisters, Hans Willi Türks aus Pesch, machte jetzt vor allem auf die günstige Parkplatzsituation am Friedhof aufmerksam. Die Feuerwehr muss über genügend Stellplätze verfügen, damit anrückende Kräfte bei einem Einsatz sofort einen Parkplatz finden.

Trotz aller Bemühungen der Stadt und der Feuerwehr könnte das Projekt "Neues Feuerwehrhaus am Pescher Friedhof" doch noch am Naturschutzbeirat des Rhein-Kreises Neuss scheitern. Das Problem: Der angedachte Standort liegt in einem Landschaftsschutzgebiet, in dem eigentlich nicht gebaut werden darf. "Das wird nicht leicht", lautete der Kommentar des Vize-Landrats Hans-Ulrich Klose mit Blick auf die Genehmigung des Bauvorhabens dort. Der Naturschutzbeirat gilt als "harte Nuss" und einflussreich, zumal das Gremium in den vergangenen Jahren auch Bauprojekte gekippt hatte.

(cka)