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Korschenbroich: Fachkräfte dringend gesucht

Korschenbroich : Fachkräfte dringend gesucht

Weil Experten rar sind, ist um sie ein Wettkampf entbrannt. Der Rhein-Kreis Neuss will sich als Wirtschaftsstandort behaupten und hat Verwaltung, Wirtschaft und Arbeitsämter zu einer Initiative zusammengeschlossen.

RHEIN-KREIS NEUSS Den Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss geht es nach Wirtschafts- und Finanzkrise wieder richtig gut. "Die Stimmung ist überall optimistisch", hat der oberste Wirtschaftsförderer im Kreis, Jürgen Steinmetz, erkannt. Doch schon jetzt zeichnet sich eine Entwicklung ab, die den vollen Auftragsbüchern nicht zuträglich ist: Den Unternehmen fällt es immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden. "Bis zum Jahr 2025 werden 6,9 Millionen Menschen weniger als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Der Kampf um qualifiziertes Personal wird also zunehmen", weiß Steinmetz. Die hiesigen Betriebe wollen sich in diesem Wettbewerb mit einer Job-Initiative positionieren. "Wir bilden aus. Und wir bilden gut aus. Es darf aber nicht so sein, dass diese Fachkräfte nach der Ausbildung aus der Region abwandern", erklärt Gaetano Livera für die Autohäuser Gottfried Schultz, warum sein Arbeitgeber zu den Initiatoren der ersten Job-Messe für Fachkräfte ist.

"Nicht auf Hochglanz frisiert"

Am 25. und 26. März sollen nach dem Willen der Organisatoren rund 40 Unternehmen den Weg ins Autohaus an die Römerstraße finden, um dort auch mit Fachkräften aus der Region ins Gespräch zu kommen. Diese direkte Kontaktaufnahme – neudeutsch als "Matching" bezeichnet – sei manchmal hilfreicher als der Blick auf den Bewerbungsstapel, so Peter Lippsmeier, Leiter der Arbeitsagentur in Neuss. "Denn es gibt durchaus hoch qualifizierte Kräfte, die ihre Mappe nicht auf Hochglanz frisiert haben. Solche Kriterien spielen im direkten Gespräch nicht die wesentliche Rolle", ist Lippsmeier überzeugt, dass die Initiative auch direkten Nutzen für derzeit noch arbeitslose Fachkräfte haben wird.

In erster Linie wird es aber eine Messe für Arbeitgeber. Mit Zülow, Schmolz & Bickenbach, der Allrounder Skihalle und Kames haben die Organisatoren die ersten Unternehmen aus dem Kreis für ihre Idee gewonnen. "Es soll auch darum gehen, die Betriebe besser zu vernetzen. Wenn wir nur 50 Prozent unserer Auszubildenden übernehmen können, sollten das Know-how und die Kaufkraft dieser Fachkräfte nicht aus der Region abwandern", macht Livera deutlich. Kurze Wege von Personalchef zu Personalchef, statt Abwanderungsbewegungen, "wie sie auch im Rhein-Kreis festzustellen sind", so Jürgen Steinmetz.

Das Technologiezentrum Glehn wird bei der Jobmesse vertreten sein und wird einen Bewerbungsmappen-Check anbieten. "Ich glaube, dass unser Konzept Früchte tragen wird. Diese Jobinitiative soll auch ein Beitrag für unser Ziel sein, die Arbeitslosenquote im Kreis unter sechs Prozent zu drücken. Wenn die Messe funktioniert, ist eine regelmäßige Aktion sicherlich angedacht", hofft Jürgen Steinmetz.

(RP)