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Korschenbroich: Erste Krippenrundfahrt zu sechs Kirchen

Korschenbroich : Erste Krippenrundfahrt zu sechs Kirchen

Die Pfarrer Michael Tewes und Marc Zimmermann organisierten erstmals eine Krippen-Rundfahrt durch die Pfarreien der Stadt Korschenbroich. Thema war unter anderem die Entstehungsgeschichte der Krippe in St. Georg Liedberg.

Dass häufig lange Geschichten hinter den Krippen in den Kirchen der Stadt stecken, damit hätte Matthias Ahrweiler aus Glehn früher nie gerechnet. Doch mittlerweile ist der 77-Jährige zu einem echten Krippen-Fan geworden — und hat sich genauer mit den Figuren, dem Stall und der Legende beschäftigt, die zurzeit in jeder Kirche in irgendeiner Form sichtbar ist: Die Geschichte von Maria und Josef in einem Stall in Bethlehem, wo das Jesus-Kind zur Welt gekommen ist. Unterm Strich ist es immer dieselbe Erzählung — doch in Korschenbroich hat sich eine Gruppe von Krippen-begeisterten Bürgern zusammengefunden, die jetzt mit einem Reisebus eine Rundfahrt durchs Stadtgebiet unternahm.

Natürlich ist auch Matthias Ahrweiler dabei und lauscht aufmerksam den Worten der Pfarrer Michael Tewes und Marc Zimmermann, die diese eher außergewöhnliche Tour in Korschenbroich ins Leben riefen. "Das ist für unsere Pfarreien eine Premiere — eigentlich gibt es solche Krippentouren nur in großen Städten", sagt Zimmermann. Er zeigt sich überrascht, dass aus den fünf bistumsübergreifenden Korschenbroicher Pfarreien knapp 50 Krippen-Fans zusammengekommen sind.

Korschenbroich, Kleinenbroich, Liedberg, Glehn, Pesch und Herrenshoff sind die Stationen, die der Reisebus nach und nach abfährt. "Wie versuchen wir heute ein Geschehen bildlich darzustellen, dass diese eine Geschichte von der Geburt Jesus Christi erzählt? Diese Frage fasziniert mich so sehr wie die unterschiedlichen Materialien und Szenen, die die Krippenbauer zur Darstellung dieser Geschichte verwenden", sagt Besucher Matthias Ahrweiler.

"Der Höhepunkt unserer Krippen-Tour ist natürlich die neapolitanische Krippe eines Neusser Privatsammlers in St. Pankratius Glehn", sagt Pastor Michael Tewes. Er möchte die Blickwinkel der Teilnehmer der Rundfahrt erweitern und die Bürger auch nach dem eigentlichen Weihnachtsfest in das Geschehen vor 2014 Jahren einführen.

Das lässt sich auch Matthias Blankertz aus Steinforth-Rubbelrath nicht entgehen, der einiges zur Krippe in St. Georg Liedberg zu erzählen hat. Genauer gesagt zu den jeweils fast einen Meter großen Figuren. "Die hat mein Vater Wilhelm Mitte der 1970er Jahre eigenhändig aus Holz geschnitzt", sagt der 73-Jährige. Er selbst ist zudem ein leidenschaftlicher Krippenbauer — und zwar seit über 30 Jahren. "Ich nehme an der Krippentour teil, um neue Anregungen für unsere Darstellung in Steinforth zu sammeln", sagt Blankertz, der sich gut vorstellen kann, auch in den nächsten Jahren wieder an einer solchen Stadtrundfahrt teilzunehmen.

"Jede Kirche baut ihre eigene Krippe auf — und meistens gibt es dazu eine ganze Menge zu erzählen", schildert Michael Tewes, der sich einen Großteil seines Wissens über Krippenmodelle auf entsprechenden Rundfahrten in Köln angeeignet hat, an denen er schon seit Jahren regelmäßig teilnimmt.

(NGZ)