Korschenbroich: Einbrecher haben Hochkonjunktur

Korschenbroich : Einbrecher haben Hochkonjunktur

Der Schmuck der Oma gestohlen, Schränke durchwühlt, Chaos in der Wohnung – Einbrecher suchten Donnerstag das Haus der Familie Herten-Schmitz heim. Ein typischer Fall: Fast 100 Einbrüche werden jährlich in Jüchen und Korschenbroich verübt. Die Polizei gibt heute Tipps zur Vorbeugung.

Der Schmuck der Oma gestohlen, Schränke durchwühlt, Chaos in der Wohnung — Einbrecher suchten Donnerstag das Haus der Familie Herten-Schmitz heim. Ein typischer Fall: Fast 100 Einbrüche werden jährlich in Jüchen und Korschenbroich verübt. Die Polizei gibt heute Tipps zur Vorbeugung.

Jüchen/Korschenbroich Auch einen Tag nach der Tat herrscht im ganzen Haus immer noch Chaos. Die Wäsche ist aus den Schränken heraus gerissen, persönliche Gegenstände, Ordner, Geldkassetten und Schmuck liegen wild auf dem Boden verstreut. "Das Schlimmste ist, dass sie nicht mal vor der Münzsammlung meiner beiden Töchter Halt gemacht haben", erzählt Einbruchsopfer Angelika Herten-Schmitz aus Jüchen. "Ich kann nicht verstehen, wie man so zerstörerisch sein kann", sagt die 49-Jährige fassungslos. Nichts sei mehr, wie es einmal war: "Man fühlt sich im eigenen Haus nicht mehr sicher."

Täter lieben dunkle Jahreszeit

So wie der vierköpfigen Familie Herten-Schmitz geht es gerade in der dunklen Jahreszeit vielen Familien. "Die früher einsetzende Dunkelheit begünstigt die Täter bei der Auswahl der Wohnungen und Häuser", sagt Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. Während die Ganoven im Jahr 2007 genau 56 Mal in Jüchen und 39 Mal in Korschenbroich zuschlugen, verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr 47 Einbrüche in Jüchen und 51 in Korschenbroich. Tendenz steigend: "Allein in den letzten drei Monaten hatten wir in Jüchen drei Einrüche, in Korschenbroich waren es sogar zehn", berichtet Arnold. Die Aufklärungsquote liegt bei rund 20 Prozent. Anonymität und Gleichgültigkeit förderten die Zahl der Wohnungseinbrüche. Was hingegen helfe sei "eine gut funktionierende Nachbarschaft", betont Arnold. Um Haus- oder Wohnungseigentümer für die Gefahren zu sensibilisieren, bietet die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in Neuss ab heute an drei Samstagen Informationen rund um das Thema "Einbruchschutz" an.

  • Stadt Willich : Serie nächtlicher Wohnungseinbrüche
  • Wesel : 40 Prozent weniger Wohnungseinbrüche
  • Dinslaken : 40 Prozent weniger Wohnungseinbrüche

Wohnungs-oder Hauseigentümer können mit einfachen Sicherungen Einbrüche verhindern. Die Polizei rät: Balkon- und Terrassentüren sollten auch bei kurzer Abwesenheit immer verschlossen werden. "Ein auf Kipp stehendes Fenster lädt Diebe geradezu zum Einsteigen ein", erklärt Arnold. Rolläden sollten nach Möglichkeit nur nachts geschlossen werden. "Das Haus muss bewohnt aussehen", empfiehlt Arnold. Volle Briefkästen, offene Rolläden und dunkle Räume in den Abendstunden würden auf ein leerstehendes Haus hindeuten. Besonders wichtig sei, dass Anwohner oder Nachbarn auf verdächtige Personen achteten. Arnold: "In kleinen Orten weiß man, wer da hingehört oder nicht." Anwohner, die etwas Verdächtiges beobachten, sollten sich nicht scheuen, die Polizei zu rufen.

Angelika Herten-Schmitz steht immer noch unter Schock: "Wir sind nichtsahnend von der Geburtstagsfeier einer Freundin zurückgekommen und finden hier ein solches Chaos vor." Noch ist unklar, wie hoch der materielle Schaden in Jüchen ist. Zur Diebesbeute gehören neben 300 Euro Bargeld, auch ein Handy und mehrere Schmuckstücke. " Die Diebe haben auch Erbstücke meiner Großmutter mitgehen lassen", erzählt Herten-Schmitz. Der ideelle Wert sei nicht ersetzbar.

(RP)
Mehr von RP ONLINE