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Korschenbroich: Ein Sparziel wird aufgegeben

Korschenbroich : Ein Sparziel wird aufgegeben

Die Ratsmehrheit von CDU und SPD sieht keine großen Möglichkeiten mehr, freiwillige Leistungen der Stadt Korschenbroich zu kürzen. Ein Kleinspielfeld wird nicht gebaut, die Ausgaben für Kultur sollen eingefroren werden.

Das Ziel, 2011 und in den kommenden beiden Jahren insgesamt 480 000 Euro bei den freiwilligen Leistungen der Stadt Korschenbroich zu streichen, ist aufgegeben. Zumindest die Ratsmehrheit von CDU und SPD ist sich nach Klausurtagungen am Wochenende einig, dass Kämmerer Bernd-Dieter Schultze in diesem Punkt sein Haushaltssicherungskonzept ändern muss.

"Dahinter steckt die Einsicht, dass man das realistischerweise nicht schafft", erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Marc Venten gestern Abend. Ein großer Teil der freiwilligen Leistungen bestehe aus Personalkosten, die nicht so einfach zu streichen seien. "Die Vereine müssen erst einmal die Kürzungen verkraften, die sie bereits getroffen haben. Es macht keinen Sinn, krampfhaft noch einmal 250 000 Euro zu streichen und damit alles kaputtzumachen", pflichtete sein SPD-Kollege Paul Jahny bei.

Zuschuss für Transport streichen

Einig ist sich die Ratsmehrheit auch: Das für 150 000 Euro geplante Kleinspielfeld in Kleinenbroich soll vorerst nicht gebaut werden; ein gut 100 000 Euro teurer Ausbau der Novalisstraße in Herrenshoff wird auch nicht angepackt. Um einiges kleiner sind die Beträge, die nach Ansicht der CDU bei den freiwilligen Leistungen der Stadt noch zu sparen sind. Die Ausgaben für Kultur wollen die Christdemokraten auch mittelfristig auf den für 2011 geplanten Betrag von 120 000 Euro einfrieren. Da es inzwischen einen Bürgerbus gibt, kann laut CDU der Zuschuss von 2600 Euro zu den Kosten für den Transport von Senioren gestrichen werden. Diesen Betrag erhält der Verein Sport ältere Generation.

Sowohl Christ- als auch Sozialdemokraten wollen der geplanten Zentralisierung der Bauverwaltung in einem "Technischen Rathaus" am Gymnasium zustimmen, wenn sich der dafür nötige Umbau des Schulgebäude-Traktes A und der Umzug von Verwaltungsmitarbeitern als wirtschaftlich erweise. Umziehen sollen ins Technische Rathaus die Mitarbeiter, die in der ehemaligen Sparkasse an der Hindenburgstraße und in einem Haus an der Friedrich-Ebert-Straße arbeiten, das dem städtischen Abwasserbetrieb gehört. Wenn das Gelände an der Friedrich-Ebert-Straße frei wird, wünschen sich CDU und SPD dort Seniorenpflegeheim oder Seniorenwohnungen. Die Frage, ob es bereits Interessenten für dieses Areal gebe, hatte Bürgermeister Heinz-Josef Dick am Freitag gegenüber unserer Zeitung mit einem "vorsichtigen Ja" beantwortet. Der Umbau des Gymnasium-Traktes A ist mit 2,5 Millionen Euro kalkuliert.

"Wichtig ist die Qualität"

Nachzudenken ist nach Ansicht von SPD und CDU auch über einen organisatorischen Umbau der Verwaltungsspitze, sollte der Beigeordnete Rudolf Graaff im Februar zum Beigeordneten des Städte- und Gemeindebundes NRW gewählt werden. "Bislang sind bautechnische Aufgaben auf die Dezernate von Herrn Graaff und Herrn Schultze verteilt. Zu überlegen wäre, ob diese Aufgaben in einem solchen Fall in einem Technischen Dezernat gebündelt werden", meint Paul Jahny. Mit einem SPD-Mann müsse ein solcher Posten nicht zwingend besetzt werden. Jahny: "Wichtig ist die Qualität von Kandidaten."

(RP)