Korschenbroich: Ein Präsident, den jeder kennt

Korschenbroich: Ein Präsident, den jeder kennt

Vor zwei Jahren übernahm Karl-Heinz Hox das Amt im Vorstand der St. Hubertus-Schützenbruderschaft in Herrenshoff. Der 63-Jährige kann sich trotz Vorruhestand nicht über Langeweile beklagen. Und er wirbt um neue Mitglieder.

Karl-Heinz Hox ist sehr heimatverbunden. "Ich fühle mich hier sauwohl, mag die Menschen, die Gegend", sagt der 63-Jährige. Vor zwei Jahren wurde er als Nachfolger von Markus Tschirner zum Präsidenten der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft in Herrenshoff gewählt. Seine aus Kaiserslautern stammende Frau hatte ihn ausdrücklich ermuntert, dieses Amt anzunehmen. Dass der Präsidenten-Job sehr zeitaufwendig ist, habe er geahnt. Aber obwohl aus der Ahnung längst Gewissheit geworden ist, bereut er die Übernahme des Ehrenamtes nicht.

Dass er mit der Belastung so locker umgeht, dürfte auch daran liegen, dass Hox seit kurzem Rentner ist. Er hatte sein ganzes Berufsleben lang bei der Deutschen Bank gearbeitet, war viele Jahre Betriebsratsvorsitzender gewesen. Der Vorruheständler kann sich nicht über Langeweile beklagen: Da ist der Präsidentenposten, außerdem hat er in Glehn einen Bürojob auf 450-Euro-Basis angenommen. Und in Raderbroich lebt seine Tochter Susanne aus erster Ehe, sie ist mit ihren 33 Jahren genauso alt wie Stieftochter Melanie, die sich öfter mit Enkel Luca blicken lässt.

Karl-Heinz Hox lebt seit 2011 an der Johannes-Huppertz-Straße: "Das passt, denn Huppertz war auch Präsident der Herrenshoffer Schützen", sagt der 63-Jährige, der sich außerdem rührig um die Nachbarschaft kümmert. "Den Kalle kennen hier alle", hat er schon hin und wieder gehört. Fest steht, dass es seine Idee war, dass sich die Nachbarschaft im Internet austauscht und auf dem Laufenden hält, und es ist immer wieder der "Kalle", der sie mit Informationen versorgt. So hat er so viele neu zugezogene Männer für die aktive Mitgliedschaft in der Herrenshoffer Bruderschaft begeistern können, dass ein eigener Zug gegründet werden konnte. Er heißt "De Tojetrockene" - ihm gehört selbstverständlich auch Karl-Heinz Hox an.

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Der Präsident hat übrigens Erfahrung in der Vorstandsarbeit: Von 1978 bis 1996 gehörte er dem Vorstand an, war in dieser Zeit zweiter Kassierer und Vizepräsident gewesen. Dann sollte - berufsbedingt - eine elfjährige Pause folgen. Auf den Geschmack gekommen war der rüstige Rentner vor vier Jahren, als er sich die Mitgliederkartei vornahm, die er 1978 auf EDV umgestellt hatte: "Plötzlich hatte mich das Thema wieder fasziniert", sagt Hox, der aber nicht verschweigen möchte, dass er rund zwei Dutzend Schützen angesprochen hatte, ob sie bereit wären, für das Präsidentenamt zu kandidieren. Alle winkten ab, also stellte er sich zur Wahl.

"Ich wollte eigentlich nie Präsident werden", sagt der Präsident, der aber alles andere als unglücklich wirkt. Glücklich ist er unter anderem deshalb, weil derzeit 30 Jungschützen mitmarschieren. "Da es keine weiterführenden in Herrenshoff gibt, verlieren wir viele jungen Menschen an andere Schützenvereine beziehungsweise Bruderschaften", beklagt Hox. Und er lobt das Engagement von Jugendobmann Dirk Philippen und seinem Team.

"Ich werde übrigens auch von einem tollen Team unterstützt", sagt der Mann, der mal gemeinsam mit seiner Tochter - von der auch die Idee stammte - eine Platte aufgenommen hatte. Zu seinen Hobbys gehören außerdem Reisen, vornehmlich in die Berge, und der Fußball: Karl-Heinz Hox ist Fan von Borussia Mönchengladbach und spielt selber noch zweimal pro Woche Fußball.

(NGZ)
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