Diese Regeln gelten für das Reiten in Korschenbroich

Stadtverwaltung informiert : Das dürfen Reiter in Korschenbroich

Im Januar 2018 hat sich ein 82-Jähriger zum Ordnungshüter aufgespielt und auf eine Reiterin in Pesch eingeschlagen. Der Fall sorgt für Empörung. Der Senior sieht sich im Recht. Was Pferde-Freunde bei ihrem Ausritt beachten müssen.

Die Prügel-Attacke eines Seniors hat stadtweit für Empörung gesorgt: Der 82 Jahre alte Korschenbroicher soll mit seinen Wanderstöcken auf eine Mutter eingeschlagen haben, die gemeinsam mit ihrer Tochter auf Pferden über einen Waldweg in Pesch ritt. Die Tat, bei der die Mutter vom Pferd stürzte und sich verletzte, hat sich bereits am 14. Januar 2018 ereignet, ist aber erst jetzt öffentlich bekanntgeworden. Derzeit läuft der Gerichtsprozess vor dem Landgericht Düsseldorf, bei dem sich der Senior verantworten muss. Er war gegen das Urteil des Amtsgerichts (ein Jahr auf Bewährung) in Berufung gegangen, weil er sich im Recht sieht: Die beiden Reiterinnen, die nach Auskunft der Polizei aus Jüchen kommen, hätten seines Erachtens nicht auf dem Waldweg reiten dürfen.

Der Senior soll sich im Januar 2018 als Ordnungshüter aufgespielt und die beiden Reiterinnen aus einem Gebüsch heraus fotografiert haben. Danach soll die Situation eskaliert sein, der Mann schlug auf die Mutter ein, die Tochter konnte noch rechtzeitig vom Pferd steigen. Wie die Kreispolizeibehörde Neuss jetzt bestätigte, hat es an dem Vormittag des 14. Januar einen entsprechenden Einsatz auf dem Waldweg gegeben, der parallel zur Vogtstraße in Pesch verläuft. Ermittelt wurde wegen Körperverletzung. In Anwesenheit der Polizeibeamten soll sich der Senior jedoch ruhig verhalten haben.

Auch wenn das Amtsgericht die Strafe gegen den uneinsichtigen Rentner bereits von sechs Monaten auf ein Jahr verdoppelt hat, ist er nicht zur Einsicht gekommen. Er beharrt auf seinem Standpunkt. Das wirft bei vielen die Frage auf: Was dürfen Reiter in Korschenbroich? Im Internet kursieren viele Regeln. Regional gibt es Unterschiede – und überhaupt ist das Gesetzes-Geflecht unübersichtlich. Die Stadt Korschenbroich informiert ausführlich auch auf ihrer Internetseite über das, was Pferde-Freunde beim Ausritt im Stadtgebiet Korschenbroich beachten müssen.

Zusammenfassend heißt es: Reiter dürfen auf öffentlichen Straßen und Wegen reiten – und auch auf privaten Straßen und Wegen, sofern diese nicht zu Hofräumen und dem privaten Wohnbereich zählen. Verboten ist das Reiten auf Wegen, die mit Reitverbotsschildern gekennzeichnet sind. „Im Wald darf man gekennzeichnete Reitwege nutzen. Wer sie verlässt, verletzt das Landesforstgesetz und begeht eine Ordnungswidrigkeit. Über diese allgemein gültigen Regelungen hinaus ist in Natur- und Landschaftsschutzgebieten, in geschützten Landschaftsbestandteilen und geschützten Biotopen das Reiten abseits der Straßen und Wege verboten“, informiert die Stadtverwaltung.

Regeln gibt es auch für den Hoppbruch und die bei Reitern beliebten Wege an der Niers. Dazu teilt die Stadt Korschenbroich mit, dass etwa auf Fußgänger stets Rücksicht zu nehmen ist. „Das gilt besonders entlang der Niers (Niersdamm), hier ist in Teilen ein gesonderter kombinierter Reit- und Gehweg ausgezeichnet. Wo im Einzelfall gesonderte Reitwege ausgewiesen sind, sollten diese auch genutzt werden.“ Verboten ist es laut Stadt, auf die etwa im Hoppbruch parallel verlaufenden Fußwege auszuweichen, weil dadurch erhebliche Zusatzkosten für die Wegeinstandsetzung entstehen.

Reiter in Korschenbroich sollten ihre Pferde zudem mit zwei Plaketten ausstatten, die es gegen Zahlung der Reitabgabe und der Gebühren bei der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Kreises Neuss gibt. Die Einnahmen sollen für die Instandhaltung der Reitwege verwendet werden.

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