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Korschenbroich: Die Zeltstadt der Unbeugsamen

Korschenbroich : Die Zeltstadt der Unbeugsamen

"Essen, Feuerholz und Moral halten noch eine ganze Weile", fasste Stefan Förster gestern die Lage auf der BUND-Obstwiese zusammen. Am mittlerweile vierten Tag, an dem die Umweltschützer die Wiese am Rande des Tagebaus besetzt halten, blieb es recht ruhig.

Der 39-Jährige war mit den auf der Obstwiese verbliebenen Aktivisten dabei, das Camp umzubauen. "Wir müssen alles wetterfest machen", erklärte Förster, "schließlich wollen wir noch eine Weile hier bleiben."

Immer wieder schauten Besucher vorbei, brachten Proviant. Ein Anwohner kam sogar mit einer Schubkarre voll Brennholz, ein anderer organisierte fünf Liter Wasser. Die Solidarität sei ungebrochen, betonte BUND-Geschäftsführer Dirk Jansen. RWE Power blieb derweil weiter auf Abstand. "Sie fangen ein bisschen an mit uns zu spielen, haben einen Wall aufgeschüttet und fahren immer mal wieder mit dem Bagger um uns herum", berichtete Förster. Aber im Grunde sei es eine "friedliche Koexistenz".

"Ein bisschen kommen wir uns vor, wie das letzte unbeugsame Dorf in Gallien, das noch nicht eingenommen wurde", sagte Förster. "Nun fehlt nur noch ein Miraculix, der für uns zaubert." Für die Naturschützer ist klar: Die Belagerung geht weiter. Am Wochenende erwarten sie noch Verstärkung.

(RP)