Korschenbroich: Die Sebastianer starten ins Jubiläumsjahr

Korschenbroich: Die Sebastianer starten ins Jubiläumsjahr

Die St.-Sebastianus-Bruderschaft Liedberg wird 150 Jahre alt. Sie beginnt ihr Jubiläum mit einer Ausstellung in der Schlosskapelle. Die Präsentation widmet sich bis Sonntag der engen Beziehung von Schützen und katholischer Kirche.

Dass der designierte Schützenkönig Severin Baumeister unweit der historischen Schlosskapelle wohnt, war bei der Vorbereitung der Ausstellung "Bruderschaft - Kirche: Gestern und Heute" ein Glücksfall. Ehrenbrudermeister Heribert Blankenstein und seinen Mitstreitern Heinz Röhlen, Hubert Maaßen, Helmut Reipen und Tobias Schütze stellte der Kronprinz einen Raum zur Verfügung, in dem sie in aller Ruhe die Exponate für die noch bis einschließlich kommenden Sonntag laufende Ausstellung zusammenstellen konnten. Mit der startet die 150 Jahre alt werdende Sebastianus-Bruderschaft in ihr Jubiläumsjahr.

Als "logistische Meisterleistung" sieht Blankenstein den unter anderem per Sackkarre abgewickelten Transport eines mehr als 150 Kilogramm schweren Kerzenständers an. Der ist ebenso in der Ausstellung zu sehen wie die vier Fahnen der Bruderschaft sowie das seit der Gründung im Jahr 1865 lückenlos geführte Protokollbuch und vieles mehr.

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Bei der Eröffnung konnte Brudermeister Josef Schnock in der Schlosskapelle gut 80 geladene Gäste, unter ihnen das Königspaar Lauritz Koch und Andrea Kebernik, willkommen heißen. Neben Bürgermeister Heinz Josef Dick und seinen Stellvertretern Hans-Willi Türks und Albert Richter waren Ansgar Heveling MdB, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und sein Stellvertreter Hans-Ulrich Klose sowie Vertreter der Bruderschaften und Schützenvereine mit von der Partie. Josef Schnock begrüßte zudem Ehrenbrudermeister Heinz Schriedels und Kurt Franken sowie Heinz-Josef Rebig vom Bezirksverband des Bundes Historischer Deutscher Schützenbruderschaften. "Ich denke, die Verbindung zwischen der Kirche und einer katholischen Bruderschaft kann nicht oft genug herausgestellt werden", sagte Schnock. "Wir hier in Liedberg legen großen Wert auf diese Verbindung", betonte er mit Blick auf das tags zuvor mit einer heiligen Messe eingeleitete Patronatsfest. Schriftführer Hans-Michael Götzen verlas in der Kapelle auch das Grußwort des erkrankten Pfarrers Marc Zimmermann verlas. Der Geistliche betonte den engen Zusammenhang von Schützenbrauchtum und christlichem Glauben, aber auch den "radikalen gesellschaftlichen Wandel", der sich in den vergangenen 150 Jahren vollzogen habe. Zimmermann wählte den Vergleich zwischen Elternhaus und Kindern: "Das ,Elternhaus' - die Kirche und der christliche Glaube" seien "Fundament und roter Faden" geblieben, auch wenn die Bruderschaft "eine in vielem eigenverantwortlich agierende Gemeinschaft" geworden sei, hieß es im Grußwort des Präses.

Brudermeister Josef Schnock erinnerte auch an eine andere runde Zahl. Vor zehn Jahren beteiligte sich die Bruderschaft an einer dem Schützenwesen und der regionalen Identität gewidmeten Studie des Amts für Rheinische Landeskunde. Die damaligen Thesen von Bezirksbundesmeister Horst Thoren, warum Tradition und Brauchtum unverändert zeitgemäß seien, sind gleichfalls in der Ausstellung nachzulesen.

(NGZ)
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