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Korschenbroich: Die Rückkehr des Peter Holzenleuchter

Korschenbroich : Die Rückkehr des Peter Holzenleuchter

Das Politik-Vollblut will Bürgermeister werden. Warum noch als 63-Jähriger? Weil er noch eine Rechnung offen hat!

Peter Holzenleuchter hat viel erreicht. Er war enger Vertrauter von Oberbürgermeister Joachim Erwin im Rathaus der Landeshauptstadt Düsseldorf, und er war Beigeordneter der Stadt Mönchengladbach. Mit dieser Lebensbilanz kann sich ein 63-Jähriger getrost zur Ruhe setzen. Doch Peter Holzenleuchter kann oder will es nicht. Er sei fit, sagt er, er wolle gern noch etwas bewegen.

Da spricht der Profi. Doch bei allen Erfolgen in zwei rheinischen Großstädten träumt er noch immer seinen Traum: Er will Bürgermeister der Stadt Korschenbroich werden. Holzenleuchter greift als einer von fünf CDU-Bewerbern noch einmal nach dem Chefsessel in der Verwaltung, auf dessen Lehne schon einmal seine Hand gelegt hatte.

16 Jahre ist das her. Damals wähnte sich Holzenleuchter als offiziell aufgestellter CDU-Kandidat kurz vor dem Ziel, ehe ihn ein beinharter parteiinterner Streit zur Aufgabe zwang.

Die Zeit heilt Wunden? Ja, sagt Holzenleuchter. Mit seinem einstigen Kontrahenten sei er längst im Reinen. Aber ist wirklich alles verheilt? Blieb nicht doch eine Narbe? Mit der erneuten Bürgermeister-Bewerbung schließt sich für Peter Holzenleuchter der Kreis. Sollte er sich durchsetzen, wären die dramatischen Wochen vom Herbst 1998 wirklich reif für die Geschichtsbücher. "Ich muss anderen und mir nichts mehr beweisen", sagt Holzenleuchter. Stimmt. Dass er Bürgermeister kann, bezweifelt ernsthaft niemand. Berufsweg und Lebensleistung beweisen das.

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Rückblende. August 1998. Nach einem emotionalen, CDU-internen Wahlkampf setzt sich Peter Holzenleuchter in einer dramatischen Kampfabstimmung durch. Hauchdünn. Er liegt nur eine Stimme vor seinem Mitbewerber Hans Bert Heimanns. Doch damit ist die Schlacht nicht geschlagen, die auch eine Schlacht der CDU-Ortsverbände ist. Hier Holzenleuchter aus Korschenbroich, dort Heimanns aus Kleinenbroich. Nach der Kommunalen Neugliederung, die 1975 aus dem selbständigen Kleinenbroich einen Stadtteil von Korschenbroich machte, sind die Gräben noch tief.

Wenig Union, viel Zwietracht. Aus der Schlacht wird eine Schlammschlacht. Das Wahlergebnis wird angezweifelt, das Schiedsgericht angerufen. Die CDU ist gespalten, sie droht zu zerbersten - und ihr droht der angestrebte Sieg bei der ersten Direktwahl des Rathaus-Chefs durch die Bürgerschaft aus den Händen zu gleiten.

Um zu retten, was zu retten ist, werden die beiden im Nahkampf verkeilten Kontrahenten aus dem Rennen genommen. Sie werden durch den damaligen Fraktionsvorsitzenden Heinz Josef Dick ersetzt. Der Kompromisskandidat erfüllt seinen Auftrag. Er rettet die Korschenbroicher CDU, gewinnt die Wahl und ist 15 Jahre lang ein respektabler Bürgermeister der Stadt Korschenbroich. Doch jetzt macht er mit 65 Jahren Schluss. Am 20. Oktober hat er seinen letzten Arbeitstag. Wenn zuvor bereits am 13. September sein Nachfolger gewählt wird, steht Heinz Josef Dick nicht mehr zur Verfügung.

Nachfolger könnte mit Peter Holzenleuchter ein Mann werden, der schon Heinz Josef Dicks Vorgänger als CDU-Kandidat war. Erst dessen Rückzug machte damals den Weg für Dick frei, in dessen Lebensplan der Aufstieg zum Bürgermeister nicht wirklich stand - wohl aber in der Lebensplanung von Peter Holzenleuchter, der jetzt nachholen will, was ihm einst verwehrt wurde. Es ist auch ein sehr persönliches Stück Politikreparatur der besonderen Art.

(NGZ)