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Korschenbroich: Die Jecken sind los

Korschenbroich : Die Jecken sind los

Kleinenbroichs Schützenmajestät Jörg Pauen griff gestern zur goldenen Plastikkrone statt zum Königssilber: Zum ersten Mal ging er im Kleinenbroicher Karnevalszug mit, warf Rosen und Popcorn in die jecke Menge.

Ursprünglich wollten Jörg und Claudia Pauen ja als Ritter im Kleinenbroicher Kinderkarnevalszug mitlaufen. Doch als sie die passenden Kostüme hatten, fand Claudia Pauen: "Wir müssen uns noch irgendwas Besonderes einfallen lassen." Also kaufte sie eine goldene Plastikkrone für ihren Mann und ein Plastikdiadem für das eigene Haupt — und so kostümiert kam das Königspaar der St.-Sebastianus-Bruderschaft Kleinenbroich gestern zum Kirmesplatz an der Matthiasstraße.

Dort startete um 14.11 Uhr der zwölfte Kinderkarnevalszug der St- Sebastianus-Bruderschaft. Rund 100 Jecke, darunter etwa 20 Mitglieder der Kleinenbroicher Karnevals Freunde, trafen sich auf dem Platz. Sie stellten sich hinter dem Musikwagen auf, den die Band "Die Kleinenbroicher" später als fahrende Bühne nutzte.

Drei Titel, drei Premieren

"Jetzt bin ich dreifache Majestät", sagte Jörg Pauen begeistert. Nicht nur, dass er die Kleinenbroicher Schützen repräsentiert: Er ist Bezirkskönig, und jetzt eben zusätzlich Karnevals-König. "Der Zug ist für die Kinder eine schöne Sache", findet Pauen, der vorher noch nie selbst Teil eines närrischen Lindwurms war. Auch für seine Frau Claudia und deren Mutter Anita Kolvenbach, Vorsitzende des Kleinenbroicher Heimatvereins, war das gestern eine Premiere.

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"Ich finde es hier wunderbar", schwärmte Anita Kolvenbach. Sie hatte sich als Mönch verkleidet, trug wie ihr Mann Heinz eine lange braune Kutte. Die beiden sind eins der Ministerpaare der Majestät, neben Wera und Thomas Bommes. Als vier von 15 Vertretern des Königszug "Eintracht" warfen sie Kamelle in die Menge. Das Material hatte Zugleiterin Maike Franken besorgt, im Vorfeld hatte sie dafür an vielen Haustüren geklingelt und um Geldspenden gebeten.

In Einkaufs- und Bollerwagen beförderten die Jecken ihre Fracht über den Zugweg. Schnell wuchs der Zug auf rund 200 Teilnehmer — denn auch diejenigen, die Kamelle fangen wollen, laufen in Kleinenbroich mit. Er endete an der Mehrzweckhalle, wo das jecke Treiben weiter ging: mit einer Party des Vereins "Aktion Freizeit Behinderter" (AFB).

(naf)