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Korschenbroich: Die FDP ist zweitstärkste Partei

Korschenbroich : Die FDP ist zweitstärkste Partei

Der Chef war erst mal unwichtig: FDP-Vormann Guido Westerwelle bejubelte auf der TV-Mattscheibe im Konferenzraum von Bürgermeister Heinz Josef Dick das gute Abschneiden seiner FDP. Doch die Korschenbroicher FDP-Bürgermeisterkandidatin Hanne Wolf-Kluthausen hatte dafür kein Ohr. Sie beobachtete lieber im Nebenzimmer auf dem PC von Heinz Josef Dick den örtlichen Triumph der Liberalen.

Derweil die CDU gegenüber der vorigen Europawahl gut sieben Prozentpunkte verlor, zeigte der Computer-Bildschirm einen Hauch mehr als 18 Prozent für die FDP in Korschenbroich. Ein Wert, den die Liberalen noch bei keiner Wahl im Ort erreicht haben. Und einer, der Kluthausen Mut macht: "Ich denke, dass wir auch bei der Bundestagswahl und bei der Kommunalwahl zweistellig abschneiden werden", meint die Kandidatin, auch wenn die Parteienlandschaft bei der Stadtratswahl vielgestaltiger sei.

Die sieben Prozentpunkte, die der CDU im Vergleich zu 2004 abhanden gekommen sind, finden sich in den sieben hinzugewonnene Punkten der Liberalen wieder. So lautete zumindest die Analyse Ansgar Hevelings, der mit einer Handvoll Vertretern der Parteien gestern im Bürgermeisterbüro die Wahlergebnisse verfolgte. Trotz der Verluste der Christdemokraten hält der CDU-Bundestagskandidat seine Chancen in den Bundestag einzuziehen für nicht allzu sehr getrübt. "Das Ergebnis zeigt insgesamt eine klare bürgerliche Orientierung." Heveling setzt daher darauf, bei der Bundestagswahl seinen Wahlkreis mit Hilfe von vielen Erststimmen von FDP-Anhängern zu gewinnen.

Von der "starken Wanderung zu kleineren Parteien", die FDP-Vormann Hans Jürgen Brieger aus dem Europawahl-Ergebnis herausliest, haben die Grünen zwar nicht stärker profitiert als bei der vorigen Wahl. Gleichwohl findet ihr Ratsherr Wolfgang Houben, stabile elf Prozent seien "ein wirklich gutes Ergebnis, da gibt es nichts zu meckern". Dass die leichten Verluste der SPD ein Omen für die Kommunalwahl sein könnten, glaubt zumindest ihr Ratsherr Paul Jahny nicht: "Die Leute wissen schon, was das jeweils für Wahlen sind und worauf sie sich dabei einlassen." Und Albert Richter, Bürgermeisterkandidat der Sozialdemokraten, meint: "Der Aktivierungsgrad wird bei der Kommunalwahl anders sein, da wird es auf die Wahlbeteiligung ankommen."

(RP)