Korschenbroich: Die Bruderschaften gehen mit der Zeit

Korschenbroich: Die Bruderschaften gehen mit der Zeit

Beim Neujahrsempfang der Korschenbroicher Bruderschaften warb Peter Schlösser für Offenheit auf der Basis christlicher Werte. Bürgermeister Marc Venten prognostizierte, die Stadt werde in diesem Jahr weiter wachsen.

Bruderschaften sind keine Feiervereine, sondern eine soziale, feste Größe mit Werten. Davon ist Sebastianer-Präsident Peter Schlösser überzeugt. Beim Neujahrsempfang der beiden Bruderschaften Sankt Sebastianus und Sankt Katharina-Junggesellen forderte er die Schützenbrüder in der Aula des Gymnasiums auf, sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen. Mit Blick auf den Terroranschlag in Berlin mahnte Schlösser eine offene Lebenseinstellung an, bei der die christlich geprägte Ausrichtung unberührt bleiben sollte. "Rücken wir näher zusammen, nicht nur bei den Festen, sondern auch bei der sozialen Kompetenz, mit den Werten, die unsere Gemeinschaft prägen", appellierte der Präsident, den Kerngedanken des Schützenwesens zu bewahren.

Der Neujahrsempfang vereinte Bilanz und Ausblick, bereichert um schwungvolle und besinnliche Musikdarbietungen durch die Orchestergemeinschaft aus Musikkapelle Kleinenbroich und Stadtorchester Korschenbroich sowie den Gospelchor Get Joy. Steffen Cremer, Präsident der St.-Katharina-Junggesellen-Bruderschaft, überreichte Bürgermeister Marc Venten einen Scheck über 1000 Euro aus dem Spendenerlös beim Weihnachtsball der Jungschützen. Der Betrag ist für die Inklusive Kindertageseinrichtung Danziger Straße bestimmt.

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Marc Venten stellte für Korschenbroich eine funktionierende Vereinslandschaft mit vielen Ehrenamtlern fest. Eindrucksvoller Beweis dafür sei der Neujahrsempfang, der seit Jahrzehnten von den Bruderschaften ausgerichtet wird. Als Pluspunkte der Stadt nannte Venten intakte Dorfgemeinschaften, eine gute Infrastruktur, die mit aktuell 3,4 Prozent niedrigste Arbeitslosenquote im gesamten Umland. Für das noch junge Jahr prognostizierte er, dass die Stadt weiter wachsen werde. Die großen Baugebiete Niers-Aue und Holzkamp-West werden, "wenn alles glatt läuft, in die Umsetzung gehen", so Venten. Korschenbroich sei attraktiv für junge Familien, und diese Entwicklung soll weiter gefördert werden. Für die Grundschulen stellte Venten fest, dass diese aufgrund stabiler Schülerzahlen mittelfristig gesichert sind. Auch die weiterführenden Schulen können im Frühjahr wieder das reguläre Anmeldeverfahren durchführen. Als Folge der erfreulichen Entwicklung bei den Kinderzahlen müssten die Kapazitäten in der Kita-Betreuung ständig erweitert werden. Investiert werde ebenso in die Förderung der Wirtschaft vor Ort. Venten verschwieg dabei nicht die leeren Haushaltskassen. Hier müssten Einnahmen aus der Gewerbesteuer durch gezielte Ansiedlung von mehr Gewerbe erhöht werden. Als große Chance hob er den Ausbau des schnellen Internets hervor: "Hier haben wir derzeit die einmalige Gelegenheit, einen flächendeckenden Ausbau des heute modernsten Netzes, nämlich der Glasfaser zu erhalten - ohne einen Cent aus Steuermitteln."

(NGZ)
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