Der Nothaushalt braucht Fördergeld

Korschenbroich: Der Nothaushalt braucht Fördergeld

Die Stadt Korschenbroich hofft auf Unterstützung des Landes bei der Verschönerung des Hallenbades und bei der Sanierung von Kleinspielfeldern. Außerdem soll das Land auch einen Heimatpreis für Korschenbroicher finanzieren.

Was macht eine Kommune, die einen Nothaushalt verwaltet und kein Geld in der Kasse hat: Da braucht man frische und kreative Ideen. Und die gibt es in Korschenbroich sowohl im Rat als auch in der Verwaltung, wenn es darum geht die Fördertröge auszuschöpfen. Das wurde jetzt deutlich, als Bürgermeister Marc Venten die Ratsmitglieder zu einer Sondersitzung begrüßte. Denn diese Sitzung war notwendig geworden, um die Chance auf Fördergelder zu erhalten. Aus dem „Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Jugend und Kultur“ hatte die Stadt erst im vergangenen Jahr Geld bekommen, um das Waldstadion zu sanieren. Nun geht es im neuen Antrag um Gelder für zwei Projekte. Zum einen soll die Außenanlage des Hallenbades verschönert werden, zum anderen sollen drei Kleinspielfelder in Herrenshoff, Kleinenbroich und Glehn modernisiert werden.

„Die Fristen waren extrem kurz“, sagte der Bürgermeister zur Begründung dafür, dass er den Rat zur Sondersitzung einberufen hatte. Bis 24. August habe man sich für das Projekt entscheiden müssen. Er haben die Ratsmitglieder entsprechend informiert, brauche jetzt aber den Ratsbeschluss, damit der Antrag fristgerecht bis zum 15. November eingereicht werden kann.  Und da es nicht um eine eigene Ausgabe, sondern um Fördergelder aus dem Landestopf geht, hatte der Rat damit auch keine Probleme. Es gab Dank an die Verwaltung und Respekt dafür, dass man trotz großer Arbeitsfülle noch weitere Aufträge erfüllen wolle. „Wir sind tatsächlich an Grenzen angekommen, wo es schwierig wird, neue Projekte zu beginnen“, sagte Beigeordneter Georg Onkelbach. Dennoch: Eine solche Gelegenheit liegen zu lassen, wäre fahrlässig. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Paul Jahny sah „die einmalige Gelegenheit, die Attraktivität des Hallenbades zu verbessern. „Mit eigenen Mitteln bekommen wir das noch lange nicht erledigt.“ Ob es aber überhaupt dazu kommt, liegt an einer Landes-Jury, die darüber entscheidet, welches Projekt in welcher Stadt erledigt wird. Wenn Korschenbroich den Zuschlag erhält, ist geplant, einen Eigenanteil bereitzustellen: zehn Prozent der Investitionssumme, das wären 180.000 Euro.

  • Neuss : Heimat

Fördergelder bewogen auch die Fraktion Die Aktive eine Idee zu formulieren. Der Rat möge beschließen, so Fraktionsvorsitzender Hanns-Lothar Endele, ab 2019 einen Heimat-Preis auszuloben. Dafür gebe es 5000 Euro Fördergeld vom zuständigen Heimatministerium des Landes. „Wir wollen damit vor allem das Ehrenamt in der Stadt stärken“, sagte Endele. Im Rat gab es keinen Widerspruch gegen die Idee, allerdings gab es keine Abstimmung. Die soll in zwei Wochen erfolgen, wenn der Stadtrat zu seiner regulären Sitzung zusammenkommt. Bis dahin will der Bürgermeister mit der Verwaltung einen Antrag formulieren, in dem die Kriterien für den Heimatpreis formuliert sind und wie das Gremium aussieht, das über den Preisträger entscheiden soll. Zudem will die Verwaltung einen Vorschlag machen, in welchem Rahmen der Preis verliehen werden könnte. Ob man die 5000 Euro einem einzigen Preisträger gebe oder die Summe auf mehrere Gewinner aufteile, könne man offen halten, meinte der Bürgermeister.