Korschenbroich: Das große Reinemachen

Korschenbroich: Das große Reinemachen

912 Bürger beteiligten sich in Korschenbroich an der Aktion "Saubere Stadt". In Feld, Wald und Flur sammelten sie beim Frühjahrsputz wilden Müll auf. Stadtpfleger Thomas Kochs schätzt dessen Gewicht auf knapp zehn Tonnen.

Dicke Arbeitshandschuhe, Greifzange und blauer Sack - das waren am Samstag die Erkennungszeichen der ehrenamtlichen Müllsammler. 912 Bürger waren dem Aufruf zur Frühjahrsaktion "Saubere Stadt" gefolgt, um Korschenbroich von respektlos entsorgtem Unrat zu befreien. An 15 Sammelpunkten trafen sich Mitglieder von insgesamt 18 Vereinigungen. Beteiligt waren Bruderschaften, Vereine, Dorfgemeinschaften.

Heute wird der von ihnen gesammelte Müll vor der ordnungsgemäßen Entsorgung gewogen. Stadtpfleger Thomas Kochs schätzt das Gewicht auf knapp zehn Tonnen. Dabei orientiert er sich an den Erfahrungswerten der vergangenen Jahre mit nahezu konstant acht Tonnen Müll pro Aktion. Da aber in diesem Jahr rund 100 Helfer mehr beteiligt waren als im vergangenen, müsste die Ausbeute höher sein.

Der städtische Eigenbetrieb Stadtpflege koordinierte die Aktion. Er sammelte auch die an vereinbarten Plätzen deponierten, blauen Säcke zügig auf, um eine wundersame Sackvermehrung zu vermeiden. Denn die Erfahrung hat gelehrt: Wo ein Sack Müll liegt, kommen sehr schnell andere dazu. "Für uns ist die Aktion auch ein Appell an die Bürgerschaft, die Augen aufzuhalten. Denn es ist schwer, die Verursacher von wilden Müllkippen zu finden. Wenn die Täter gefunden werden, drohen ihnen Ordnungs- und Bußgeldverfahren. Dabei werden doch viele Entsorgungsmöglichkeiten angeboten", sagte Kochs.

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Lydia Gehlen hatte sich mit Gleichgesinnten der ZWAR-Montagsgruppe vor der Feuerwache in Korschenbroich getroffen, um das Wällchen hinter dem Edeka-Markt von Dreck und Abfällen zu befreien. Bürgermeister Marc Venten gehörte zur Gruppe, die nahe des Glehner Gewerbegebietes vor allem große Mengen an leeren Flaschen und Getränkedosen aufsammelte.

Regina Bongardt, Ansprechpartnerin in Schlich, erzählte empört von zahlreichen Schnaps- und Weinflaschen sowie Autoteilen und Verpackungsbändern an der Schnellstraße. Lena Nilgen von der Dorfgemeinschaft Pesch hingegen blickte recht zuversichtlich über das Grün der Krämpe Dämm. Hier hatten unter anderem zwei Nummernschilder, einige Glasscherben und Bonbonpapierchen gelegen, aber "nichts Dramatisches". "Im Grunde ist es hier schon sauberer als in früheren Jahren. Wahrscheinlich machen sich die Umweltaktionen bemerkbar, die wir in der Zwischenzeit durchgeführt haben", sagte Lena Nilgen.

Die Freundinnen Antonia und Hanna suchten ebenfalls die Krämpe Dämm nach Unrat ab. Für die beiden zehnjährigen Mädchen war es die vierte Frühjahrsaktion, diesmal mit Unterstützung ihrer jüngeren Geschwister Justus, Lennart und Henry. Stolz berichteten sie von den Funden, einem Motorradspiegel, einer verdreckten Klappbox und einem Regenschirm, den sie mit vereinten Kräften unter einem Gullideckel hervorgezogen hatten. "Das macht total viel Spaß. Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei", versicherten Antonia und Hanna, während der siebenjährige Justus zustimmend nickte.

(NGZ)