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Coronavirus: Gastronomen in Korschenbroich liefern frei Haus

Lieferservice in Korschenbroich : Torten und Gourmetessen frei Haus

Korschenbroichs Gastronomen reagieren mit neuen Angeboten auf die Coronakrise. Sie bieten Abholdienste und Vorbestellungen an. Oder bringen ihre Produkte gleich bis an die Haustür der Kunden. Drei Beispiele im Überblick.

Zum 1. Februar übernahm Eric Schmitz die Konditorei Brass. Wenig mehr als einen Monat später steht der neue Betreiber vor einer gewaltigen Herausforderung. Er muss sehen, wie er den Familienbetrieb möglichst unbeschadet durch die wirtschaftlichen Einbußen in Folge der Coronakrise führt.

Die aktuellen Auflagen zwingen ihn das Café vorübergehend zu schließen. Ein Verkauf über die Kuchentheke ist, bis die nächsten Weisungen kommen, wochentags zwischen 12 und 18 Uhr möglich. Üblicherweise stünden die Planungen für Osterfest und Kinderkommunion an. In diesem Jahr aber werden dergleichen saisonbedingte Einnahmen weitestgehend ausfallen. Er fühle sich von der Wirtschaftsförderung gut informiert, sagt Schmitz, verheiratet mit Enkelin Christina der Gründer Kläre und Josef Brass.

Als Reaktion auf die besondere Situation setzte Schmitz seine für den Sommer geplante Idee eines Lieferdienstes vorzeitig um. Damit will er insbesondere Stammkunden, die den öffentlichen Raum meiden sollen, mit frischen Torten, Nussecken und weiteren Leckereien versorgen. Unter Tel. 0172 5876354 meldet sich der Chef persönlich. Er bringt die Ware ab einem Mindestbestellwert von 8,50 Euro ohne Zusatzkosten innerhalb des Stadtgebiets und dem Korschenbroich zugewandten Mönchengladbacher Randbezirk bis an die Haustür oder vertraut beim Fahrdienst auf familiäre Unterstützung. Bestellungen sind ebenso über WhatsApp oder den Festnetzanschluss der Konditorei möglich.

Der Kunde erhält eine Rechnung mit Bitte um Überweisung. Der Aufwand ist gering, sodass eigentlich nur die Qual der Wahl in einem Sortiment von allein 180 verschiedenen Torten bleibt. Da alles frisch produziert wird, wechselt das Angebot unterhalb der Woche, doch sonntags wird beinahe alles aufgefahren.

Carmen Stappen ist überzeugt, das von ihr und Ehemann Frajo geführte Gasthaus irgendwann wieder normal öffnen zu können. Doch bis dahin muss sie sehen, wie sie Arbeitsplätze und das eigene Auskommen rettet. „Das Hotel steht leer. Wegen der abgesagten Messen gab es schon vorher viele Stornierungen.  Die Reservierungen für Ostertage und Kommunionfeiern wurden abgesagt“, sagt sie. Regulär habe das Restaurant nur noch am Sonntagmittag geöffnet. Alle Mitarbeiter seien in Kurzarbeit.

In wenigen Tagen muss Stappen 39 angemeldeten Mitarbeitern den Lohn überweisen, während „bei laufenden Kosten der Umsatz gegen Null“ geht, wie sie betont.  Als großen Vorteil verbucht das Ehepaar die Wohnung beim Gasthaus.  So kann es zu zweit die Speisen für einen Lieferservice zubereiten, bisher mit einem Angebot von vier Vorspeisen, drei Hauptgerichten und einem Dessert. Der Sohn übernimmt hierfür den Fahrdienst. Auch hier genügen für die Bestellung Anruf oder Mail. Zudem bieten die Unternehmer einen Abholdienst an, der auf Anweisung der Stadt allerdings nur mittags bis 15 Uhr genutzt werden kann.

Die Landbäckerei Huppertz beliefert ohnehin freitags und samstags treue Kunden und das Caritas-Haus. „Eine gute Freundin hat mir schon angeboten, außerdem ehrenamtlich zu fahren, wenn ältere Herrschaften etwas brauchen“, sagt Jeannette Huppertz. Um die Situation im Laden zu entzerren, bietet sie Kunden die Möglichkeit, bei Vorbestellung und Vorkasse die Ware an der Seitentür anzunehmen. „Wir fangen jetzt eher an, packen alles ein und sortieren nach Namen. Momentan haben wir in allen Räumlichkeiten alphabetisch geordnete Ware liegen“, so die Geschäftsfrau.