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Korschenbroich: Buretheater startet 2017 mit Frauenpower

Korschenbroich : Buretheater startet 2017 mit Frauenpower

Zum Jahresanfang beginnt die Glehner Kult-Theatergruppe mit der Arbeit am Stück "Frauenpower", das jetzt "op Glehner Platt" umgeschrieben wird. 24 Aufführungen sind geplant. Trotz des Titels wird zurzeit männliche Verstärkung gesucht.

Hinter der "Benrather Linie", einer Art Dialekt-Grenze, die mitten durch das Korschenbroicher Stadtgebiet führt, spricht man ein anderes Platt. "In Kleinenbroich zum Beispiel sagt man ,Tiet' zur Zeit. In Glehn ist es schon die ,Zick'", erklärt Martina Heuser und betont: "Da gibt es feine Unterschiede." Und die volkstümlichen Stücke, die "ihr" Buretheater (zu Hochdeutsch: "Bauerntheater") alle zwei Jahre aufführt, werden nicht etwa einfach nur ins Plattdeutsche übersetzt - nein: Es muss schon das Glehner Platt sein. "Das macht unser Theater aus. Viele Leute kommen extra zu unseren Aufführungen, um den Dialekt zu hören", sagt die Theater-Vorsitzende. Im neuen Jahr startet das Team um die 56-Jährige in die Vorbereitungsphase für eine neue Spielsaison, die im Spätherbst des Jahres beginnen soll.

Was viele nicht wissen: Die Vorbereitungen laufen im Hintergrund schon auf Hochtouren. "Die Weichen sind gestellt", sagt Martina Heuser. So ist etwa Hans-Peter Menzen, der das Kult-Theater 1988 ins Leben gerufen hatte, schon dabei, ein neues Stück entsprechend auf Glehner Platt umzuschreiben. "Im März folgt die erste Leseprobe", kündigt Heuser an. "Danach lernen unsere Darsteller ihre Texte auswendig." Schon in der ersten Maiwoche will die Theatergruppe mit den Proben beginnen. Zwölf Akteure sollen dazugehören. "Wir haben die Rollen schon grob besetzt", berichtet die gebürtige Glehnerin, die noch nicht allzu viel über das neue Theaterstück verraten will. Nur so viel: Es stammt von Bernd Gombold und heißt - auf Hochdeutsch - "Frauenpower". "Wir suchen jetzt aber noch nach einem Namen, der zu unserem Buretheater passt", betont die Theater-Vorsitzende.

Wovon das neue Stück handelt? "Es geht um eine Gruppe von Frauen, die im Rathaus das Zepter übernehmen will." Etwa dreieinhalb Stunden sollen die einzelnen Aufführungen im Glehner Frangensaal dauern - inklusive zweier Pausen. "Die Premiere ist für den 27. Oktober geplant", sagt Martina Heuser. Elf weitere Aufführungen sollen jeweils am Wochenende bis zum 25. November folgen, weitere zwölf Auftritte der Theatergruppe sind für den Zeitraum vom 19. Januar 2018 bis zum 24. Februar 2018 angesetzt. "Eventuell gibt es auch den einen oder anderen Zusatztermin."

Tatsächlich hat sich das Buretheater in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht und ist weit über Glehn hinaus bekannt. "Viele Besucher kommen von weiter her", erzählt Martina Heuser. Bis zu 5000 Zuschauer verfolgten die Aufführungen im Frangensaal im Laufe einer Spielsaison. "Viele Besucher haben deshalb eine hohe Erwartungshaltung. Damit kommen wir aber gut zurecht", sagt die Glehnerin, die selbst im Theaterspielen aufgeht.

Sorge macht der 56-Jährigen jedoch, dass es ein wenig an Männern in der Gruppe mangelt. "Noch sind wir gut aufgestellt. Wir suchen aber nach zusätzlichen Schauspielern", erzählt Heuser. Das Problem: Viele könnten die Glehner Mundart, die in den Stücken gesprochen wird, zwar verstehen. "Die meisten tun sich aber schwer damit, die Sprache auszusprechen. Oft hört es sich dann verfälscht an."

(cka)