Korschenbroich: Bürgerstiftung für Bürgerbus

Korschenbroich : Bürgerstiftung für Bürgerbus

Der Verein Sport Ältere Generation nimmt das Busprojekt für alle älteren Menschen in der Stadt in Angriff. Erster Mitstreiter ist die Stiftung „Für Korschenbroich“. Die hat bereits einen ersten Kontakt zur NVV geknüpft.

Die Bürgerstiftung „Für Korschenbroich“ gibt Gas: Erst seit ein paar Tagen kennt Willy Schellen den Bürgerbus-Plan, und schon hat der Liedberger Mitbegründer der Stiftung einen wichtigen Kontakt geknüpft. „Mein erstes Gespräch mit Friedhelm Kirchhartz ist positiv verlaufen“, sagte Schellen gestern der Rheinischen Post. Und Kirchhartz, Vorstandsvorsitzender der Mönchengladbacher NVV, habe kein Problem mit einem Bürgerbus in Korschenbroich. Sprich: Er sieht keine Konkurrenz zu seinen Linienbussen. „Jetzt erkunden wir weiter, wie wir das Thema flott gemacht kriegen“, sagte Schellen.

Am gleichen Vorhaben sind die Parteien schon reihenweise gescheitert. Zuletzt die „Aktive“ 2006, weil ihr die Stadt eine maßgebliche Bürgschaft abschlug. Der aktuelle Vorstoß geht von einem Verein aus: dem Sport Ältere Generation. Schatzmeister Hubert Tockloth hat sich mit den Grundlagen für einen Bürgerbus befasst. Der Verein will das Interesse aus der Bürgerschaft bündeln und an die Stadt weitergeben. Auf der Suche nach Mitstreitern ist Tockloth direkt auf die Bürgerstiftung zugegangen. Auch die „Aktive“ bietet ihre Hilfe an.

Ehrenamtliche Fahrer

Was ist ein Bürgerbus? Ein Beförderungsmittel mit acht bis neun Sitzplätzen, um insbesondere ältere Menschen aus örtlichen Randlagen an ihr Ziel zu bringen. Randlage, die kein Linienbus anfährt, weil die Tour sich nicht lohnt. „Zum Arzt kommen, zu Geschäften, zur Stadtverwaltung – für Ältere ist das schwierig. Nicht alle haben die Möglichkeit, sich bringen zu lassen“, stellt Hubert Tockloth fest.

Hinter dem Bürgerbus steht kein Unternehmen, sondern ein Verein. Der muss in Korschenbroich erst noch gegründet werden. Die Fahrer sind Ehrenamtler. Ein Fahrzeug kostet circa 40 000 Euro. 30 000 Euro schießt das Land zu, wenn die Stadt eine Bürgschaft übernimmt für den Fall, dass der Bürgerbus ein Verlustgeschäft wird. Den Betrieb fördert das Land mit jährlich 5000 Euro. Die Hilfe kommt nicht von ungefähr: Nordrhein-Westfalen unterstützt Bürgerbus-Projekte seit 1985, damit die Leute in ländlichen Gebieten nicht versauern. Momentan fahren 80 Bürgerbusse in NRW.

Der Sport Ältere Generation will ein Angebot für alle Bürger schaffen. Der Verein hat aber speziell auch seine Mitglieder im Blick, für die Kurse zum Beispiel in Kleinenbroich oder in der Reha-Klinik unerreichbar sind. „Wir wären auch bereit, für den Transport unserer Mitglieder zu bezahlen“, kündigt SÄG-Schatzmeister Tockloth an.

„Beweglichkeit und Flexibilität ist nicht nur ein Thema für Ältere“, betont Willy Schellen, „wir dürfen uns als Stadt nicht abhängen lassen.“ Deshalb unterstützt die Stiftung das Projekt, in dem sie Grundlagen schafft, Finanzierungswege aufzeigt, Kontakte herstellt. Schellen schwebt etwa eine Vernetzung zwischen einem Bürgerbus-Verein und der NVV vor. Auch dafür hat er Vorstandschef Kirchhartz schon interessieren können. KOMMENTAR

(RP)
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