Korschenbroich: Bürgerbus-Verein schult Fahrer

Korschenbroich : Bürgerbus-Verein schult Fahrer

Ab Mitte April können Korschenbroicher werktags mit dem Bürgerbus durchs Stadtgebiet fahren. In der Gemeinde Jüchen soll der Bürgerbus im Frühjahr 2011 an den Start gehen. Das Besondere: Die Fahrer arbeiten ehrenamtlich.

korschenbroich/jüchen Mitte April soll der Bürgerbus zum ersten Mal durch Korschenbroich rollen. "Es kann auch ein paar Tage früher oder später werden", erzählt Hubert Tokloth, zweiter Vorsitzender des Vereins Bürgerbus. Von da an fährt das achtsitzige Vehikel montags bis freitags von 8 bis 20.30 Uhr und samstags von 8 bis 14.30 Uhr durchs Stadtgebiet, um Passagiere von A nach B zu befördern. Zu einer ersten theoretischen Schulung kamen jetzt 25 ehrenamtliche Fahrer im "Treffpunkt" des Vereins Sport Ältere Generation zusammen.

Fahrer zwischen 27 und 73 Jahren

"Ich freue mich schon, ich fahre gerne", erzählte Leonore Conrads. Drei Stunden wird die 70-Jährige pro Schicht in dem Achtsitzer hinterm Steuer verbringen, "ich habe auch schon mal einen Siebeneinhalb-Tonner durch Düsseldorf gelenkt", sagte sie. Leonore Conrads ist eine von zehn Frauen, die neben 32 Männern als Fahrer arbeiten werden. Der jüngste von ihnen ist 27 , der älteste ist 73 Jahre alt. Rainer Scheibling von der NVV stellte den Ehrenamtlern die drei geplanten Routen mit jeweils rund 30 Haltestellen vor.

Drei Mitglieder des Vereins Bürgerbus bilden die Einsatzleitung und stellen den Fahrern die Dienstpläne zur Verfügung. Einer von ihnen sitzt in der Zentrale in Glehn und ist vom Bus aus über ein Handy zu erreichen. Wenn der Fahrer unterwegs aus irgendwelchen Gründen nicht mehr weiter weiß, einen Unfall hat, der Tank leer wird oder er Probleme mit einem Gast hat, wählt er eine Kurzwahl-Taste und spricht sich mit dem Einsatzleiter ab.

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"Sicherheit geht vor Pünktlichkeit", betonte Hans-Peter Gerhards, kommissarischer Geschäftsführer des Bürgerbusvereins. Das bezog er auf die Fahrweise, aber auch auf das Verhalten der Fahrer an den Haltestellen: Wenn nötig, sollen sie aussteigen und den Passagieren beim einsteigen helfen."Jeder Fahrer bekommt von uns ein Handbuch", sagte Hubert Tokloth. Es soll für sie ein Nachschlagewerk sein.

Damit die Männer und Frauen schnell Sicherheit erlangen, würden sie voraussichtlich anfangs zu zweit im Bus sitzen. Heute holt Tokloth ihn mit Vereinskameraden bei einer Firma in Venlo ab, "dann bringen wir ihn zur NVV." Von dem Verkehrsbetrieb, der Projektpartner ist, wird das Gefährt unter anderem mit einem Wechselgeldapparat versehen. "Die Bezirksregierung muss noch die Streckenführung genehmigen, den Antrag stellt die NVV", nannte er einen Grund dafür, dass der Bus erst im April fahren kann.

Voraussichtlich im Frühjahr 2011 soll zum ersten Mal ein Bürgerbus durch Jüchen rollen. 31 Mitglieder hat der Bürgerbusverein, davon können 25 den Bürgerbus fahren. "Wir brauchen aber mindestens 40 Fahrer", sagt Hubert Noehlen, Vorsitzender des Bürgerbusvereins. Eine Route mit 28 Haltepunkten solle es künftig geben.

Abgelegene Dörfer

So sollen etwa abgelegene Dörfer wie Rath, Damm, Schlich, Kelzenberg oder Schaan angefahren werden. "Wir wollen vor allem Rentner, Behinderte und junge Menschen bis 27 Jahre transportieren", sagt Noehlen. Der Preis für ein Bürgerbusticket bewege sich zwischen 1,00 Euro und 1,50 Euro. 65 000 Euro kostet das Gefährt: 32 500 Euro davon soll das Land zahlen. Der Rest müsse durch die Kommune und Sponsoren sichergestellt werden. Am 8. April gibt es in der Gaststätte Engemann in Gierath eine Versammlung des Bürgerbusvereins, zu dem alle Interessierten eingeladen sind.

(RP)
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