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Korschenbroich: Bewegung im Alter beugt künstlichen Gelenken vor

Korschenbroich : Bewegung im Alter beugt künstlichen Gelenken vor

Wie wichtig Bewegung im Alltag ist, erfuhren jetzt 120 Senioren bei einem Vortrag im Verein "Sport ältere Generation".

Was tun, wenn die Hüfte und die Knie nicht mehr wollen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Info-Frühstücks, zu dem der Verein "Sport ältere Generation" in Kleinenbroich eingeladen hatte. Als Referenten konnte die Vorsitzende Inge Schulz den Orthopäden Dr. Martin Schulte-Mattler vom Surface-Zentrum für Orthopädie in Neuss gewinnen.

Jeden zweiten Mittwoch im Monat lädt der 800 Mitglieder starke Verein Gastredner zum Info-Frühstück ein, die über unterschiedliche Themen wie Patientenverfügung und Erbrecht, Sicherheit im Alltag bis hin zu medizinischen Fragestellungen informieren. Gestern ging es um Arthrose in Knien und der Hüfte, um vorbeugende Maßnahmen und künstliche Gelenke. "Den Zeitpunkt einer Operation bestimmt nicht das Röntgenbild, sondern das eigene Empfinden", sagte Schulte-Mattler. Ein Kriterium für eine Operation sieht er jedoch in nächtlichen Schmerzen gegeben, die den Patienten den Schlaf rauben.

Rein prophylaktisch zu operieren lehnt der Mediziner ab: "Wer sich viel bewegt und gesund ernährt, kommt auch mit Arthrose in den Knien zurecht." Warum Bewegung so wichtig ist und dem Verschleiß entgegenwirkt, machte Schulte-Mattler anschaulich deutlich: Die Hüft- und Kniegelenke sind von Knorpel überzogen, der als Puffer dient und die Belastung der Gelenke reduziert. Da der Knorpel nicht durchblutet wird, versorgt ihn Gelenkflüssigkeit mit Nährstoffen. Dies geschieht aber nur, wenn das Gelenk bewegt wird. Dann wird verbrauchte Gelenkflüssigkeit ausgeschwemmt, während nährstoffreiches Gelenkwasser in den Knorpel gelangt. Schont ein Patient aber sein Gelenk, weil es schmerzt, wird der geschädigte Knorpel nur unzureichend mit Nährstoffen versorgt. Die Folge: die Beschwerden und die Schmerzen können zunehmen.

Diesen Teufelskreis heißt es zu durchbrechen. "Gehen Sie schwimmen oder spazieren, und nehmen Sie statt des Aufzugs die Treppe und das Rad statt des Autos", sagte Schulte-Mattler.

Dass das Thema den rund 120 Zuhörern auf den Nägeln brannte, machten die zahlreichen Fragen im Anschluss an den Vortrag deutlich. In einem Sportverein für die ältere Generation seien sie auf dem richtigen Weg, erklärte der Facharzt. Denn Sport sorge auch dafür, dass Bänder nicht versteifen, er stärke die Muskeln und wirke sich positiv auf die Psyche aus. Zumal Medikamente für Martin Schulte-Mattler nur "ein Feuerlöscher" sind, aber keine Dauerlösung. "Medikamente schädigen Leber, Nieren und Knochen", gab er zu bedenken. "Manchmal müssen Menschen für ein gesünderes Leben ihre Gewohnheiten drastisch verändern."

(NGZ)