Korschenbroich: Bessere Unterstützung für Denkmalpfleger

Korschenbroich: Bessere Unterstützung für Denkmalpfleger

Werner Ortmann regte den Arbeitskreis Denkmalschutz an. Der wird sich voraussichtlich bald konstituieren und soll Impulse geben.

Von 82.238 Baudenkmälern in Nordrhein-Westfalen befinden sich 64.066 in Privatbesitz. Viele Eigentümer können das Geld für die Instandhaltung nicht aufbringen. Künftig soll es wieder mehr Zuschüsse geben, die aber beantragt werden müssen. "Bei uns stehen einige erhaltenswerte Fußfälle auf privatem Grund. Dafür können Zuschüsse beantragt werden. Doch die Gelder werden oft nicht abgerufen, weil die Eigentümer nicht über die mögliche Unterstützung für Restaurierung und Erhaltung ihrer Denkmäler informiert sind", sagt Werner Ortmann.

Der Leiter des Arbeitskreises Umweltschutz, Baudenkmäler, Landschaftspflege des Heimatvereins Kleinenbroich hat sich mit Denkmalschützern aus Kleinenbroich und Büttgen für das historisch wertvolle Hagelkreuz an der Landstraße stark gemacht. Eine Sanierung ist dank Sponsorengelder möglich. Die Stadt wird die Kosten für einen neuen Stein im Mittelstück übernehmen, da nach der Reinigung des Denkmals durch einen Fachbetrieb gefährliche Risse sichtbar wurden.

Ortmann hatte anlässlich der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung-Planung-Denkmalschutz am 21. März 2017 die Einrichtung eines Arbeitskreises "Denkmalschutz" beantragt. Der soll helfen, spezielle Ortskenntnisse von sach- und fachkundigen Denkmalschützern und der Unteren Denkmalbehörde einzubeziehen. Im vergangenen Jahr fand jedoch noch keine Sitzung eines solchen Gremiums statt.

Bei einer Ortsteil-Sprechstunde im Januar erinnerte der Denkmalschützer Bürgermeister Marc Venten an seinen Antrag. "Denkmal bedeutet schließlich nachdenken", betont Ortmann. Er verweist auch auf die Erhaltung der Kriegsgräber als Stätten der Erinnerung, die an den jährlichen Gedenktagen dann auch als Veranstaltungsorte genutzt werden können. Erst kürzlich wandte sich Ortmann in einem Schreiben an "alle Heimatfreunde". Anlass war der am 13. Februar in unserer Zeitung erschienene Artikel "Denkmäler in NRW vom Verfall bedroht" mit einem Bericht über nicht genutzte Darlehensprogramme.

Von einem Darlehensprogramm in Höhe von jährlich 50 Millionen Euro für private, kirchliche und kommunale Maßnahmen in der Baudenkmalpflege waren 2016 nur 22 Millionen Euro abgerufen worden. Der frühere SPD-Minister Zöpel bezeichnete die Umstellung der Förderpolitik von Zuschüssen auf Kredite als unsinnigen Fehler der rot-grünen Landesregierung. Ortmann schreibt: "Wenn die neue Landesregierung wirklich schon bald die Fehler der vorherigen Landesregierung korrigiert, indem sie die Mittel für den Denkmalschutz nicht mehr nur als Darlehen, sondern auch wieder als Zuschuss zur Verfügung stellt, wird sowohl den Kommunen als Untere Denkmalbehörde als auch den Denkmalschützern in den Vereinen der Schutz und die Instandhaltung der wertvollen Denkmäler sehr erleichtert".

Er ist überzeugt, dass die Untere Denkmalbehörde auch private Denkmalbesitzer über die Möglichkeit der Beantragung von Mitteln zur Erhaltung der Denkmäler informieren und sie möglichst bei der Beantragung unterstützen sollte.

(NGZ)