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Korschenbroich: Behindertenbeauftragter zieht eine positive Bilanz

Korschenbroich : Behindertenbeauftragter zieht eine positive Bilanz

1418 Anträge innerhalb von zehn Jahren: Siegbert Schmitz setzte sich ehrenamtlich für Menschen mit Handicap ein.

Zehn Jahre lang war er ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter in Korschenbroich, jetzt will Siegbert Schmitz aus Glehn etwas kürzer treten. Im Stadtrat stellte der 74-Jährige jetzt seinen Abschlussbericht vor. Seit 2005 hatte Schmitz, der selbst gehbehindert ist, ein offenes Ohr für Menschen mit Handicap und bearbeitete in den vergangenen Jahren zusammengerechnet 1418 Anträge.

Vielen Menschen konnte der Ehrenamtler mit seiner Beratung helfen, doch nicht alle Vorschläge des Behindertenbeauftragten wurden bisher in die Tat umgesetzt. Zum Abschlussbericht zeigte er im Stadtrat zum Beispiel Fotos von einem nicht-barrierefreien Weg in der Nähe des Korschenbroicher Rathauses. "Wir sollen dort Rollstuhlfahrer oder Mütter mit Kinderwagen durchkommen?", fragte Siegbert Schmitz in die Runde.

Doch: Der gelernte kaufmännische Angestellte hat in der Stadt Korschenbroich dennoch viel bewirken können. Nicht nur in Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung, sondern auch im persönlichen Kontakt mit behinderten Menschen, die er unter anderem dreimal pro Monat an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet beraten hat. "Das Wichtigste ist, den Menschen zuzuhören", betonte Siegbert Schmitz in seinem Abschlussbericht und verdeutlichte dies anhand eines Beispiels: "Vor einigen Monaten war ich bei einer alleinstehenden Frau aus Herrenshoff zu Gast, die mich telefonisch um Hilfe bat. Nach einer Stunde, in der sie mir ihre Lebensgeschichte erzählte, fragte ich sie, wie ich ihr denn nun helfen könne. Sie sagte, dass es gar nichts Wichtiges gebe, sie aber froh sei, dass ihr jemand beim Erzählen zugehört habe." Siegbert Schmitz warnte im Stadtrat erneut davor, dass viele Menschen in ihren Wohnungen vereinsamten. Wer jetzt die ehrenamtliche Tätigkeit des Behindertenbeauftragten, auf dessen Hinweise unter anderem mehrere Rampen für Rollstuhlfahrer errichtet wurden und der behinderten gerechte Umbau von acht Badezimmern veranlasst werden konnte, übernehmen wird, steht noch nicht fest. Schmitz hat schon einen Nachfolger im Kopf, jedoch noch nicht offiziell bekanntgegeben.

Bürgermeister Heinz Josef Dick würdigte die Arbeit des 74-Jährigen im Stadtrat mit einer Ehrengabe. "Die Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung war nicht immer einfach, aber unterm Strich positiv", zieht Schmitz ein Resümee. Seinem Nachfolger wünschte er im Rat starke Nerven, Durchsetzungsvermögen und natürlich "viel Glück".

(cka)