Korschenbroich: Bahnhöfe werden modernisiert

Korschenbroich: Bahnhöfe werden modernisiert

Jetzt geht es doch schneller als gedacht: Die S-Bahnhöfe Korschenbroich und Kleinenbroich sollen bereits bis 2013 umgebaut werden. Der Verkehrsausschuss des Landtages hat das langersehnte Projekt gestern vorgezogen.

Gute Nachrichten verkünden alle gerne. Aber das war wohl nicht der einzige Grund, warum Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) und sein Landtagskollege Fritz Behrens (SPD) den vorgezogenen Umbau der S-Bahnhöfe Korschenbroich und Kleinenbroich gestern gemeinsam meldeten. Für das langersehnte Projekt, das die beiden Bahnhöfe endlich auch für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte zugänglich machen soll, haben sich sowohl schwarze als auch rote Politiker aus dem Kreis Neuss stark gemacht. Seit gestern mit Erfolg: Für etwa 2,4 Millionen Euro pro Bahnhof, so beschloss der Verkehrsausschuss des Landtages, werden die Haltestellen modernisiert. Bis 2013 soll damit mindestens begonnen werden.

Steile Treppen sind Hindernisse

Bislang hatten die beiden Bahnhöfe, die nur über steile Treppen erreichbar sind, im Infrastrukturfinanzierungsplan für den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) eine geringe Dringlichkeit. Vor 2014, hatte es daher immer geheißen, werde sich nichts tun. Der gestrige Beschluss beschleunigt das Projekt also erheblich. "Dass die Bahnhöfe jetzt modernisiert werden, ist ein Erfolg unseres überparteilichen Einsatzes", sagte der für den Wahlkreis Korschenbroich-Jüchen zuständige Minister Lienenkämper gestern über die Zusammenarbeit mit seinem Jüchener Kollegen Behrens von der SPD.

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"Wunderbar", findet Gerd Sack vom Kleinenbroicher Bürgerforum die Nachricht. "Wir haben uns seit 2000 dafür eingesetzt. Nach zehn Jahren ist es schön zu sehen, dass sich die Bemühungen gelohnt haben. Und es ist prima, dass nun allen eine gewisse Mobilität garantiert wird – nicht nur den Gesunden, sondern auch Menschen mit einer Behinderung."

Erfreut zeigte sich gestern auch Korschenbroichs Beigeordneter Bernd Dieter Schultze, zumal die Stadt vor gut einem halben Jahr die Pläne für die Umbaumaßnahmen und die Kostenkalkulation habe aktualisieren lassen und für einen Umbau gekämpft habe. "Der ist nicht am guten Willen der Bahn, sondern am fehlenden Geld gescheitert", meint Bürgermeister Heinz-Josef Dick. "Nun haben wir eine realistische Perspektive, in den nächsten Jahren mit dem Umbau zum Zuge zu kommen." "Dieser Erfolg hat viele Väter und zeigt, wenn man in einer Stadt zusammensteht, kann man auch etwas bewegen. Dieses Beispiel sollte Schule machen", befand der Kleinenbroicher SPD-Kreistagsabgeordnete Udo Bartsch. Zu den 2,4 Millionen Euro pro Bahnhof wird die Stadt nur wenig beisteuern. Sie zahlt eine allgemeine Abgabe für den Öffentlichen Nahverkehr. Aber der barrierefreien Umbau wird aus Fördermitteln des ÖPNV-Gesetzes finanziert.

(RP)