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Korschenbroich: Ausstellung "Evangelisch in Glehn"

Korschenbroich : Ausstellung "Evangelisch in Glehn"

Die Heimatfreunde Glehn öffnen am Sonntag wieder ihr Museum: "500 Jahre Reformation - Evangelisch in Glehn" heißt der Titel der ersten neuen Ausstellung 2017 mit mehr als hundert Dokumenten, Berichten und Fotografien.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich viele evangelische Christen in Glehn nieder und gründeten dort ihre evangelische Gemeinde. Nun befasst sich eine neue Ausstellung der Heimatfreunde Glehn mit den evangelischen Christen im Ort - unter dem Titel "500 Jahre Reformation - Evangelisch in Glehn". Die Eröffnung im Museum im Alten Rathaus ist am Sonntag, 26. März, von 14 bis 17 Uhr kann die Ausstellung dort besichtigt werden.

Stellwände mit mehr als einhundert Fotos, Berichten und Dokumenten sowie einer übersichtlichen Zeitlinie über das evangelische Christentum in Glehn werden zu sehen sein - auch die Fusion 2010 zur Evangelischen Gemeinde Korschenbroich wird Thema sein. Darüber hinaus können liturgische Gegenstände und Kleidung der katholischen und evangelischen Kirche verglichen werden - einschließlich des Beffchens der unierten Kirche.

"1948 waren 46 Vertriebene im Ort, meist Frauen und Kinder. Es gab damals keine evangelische Kirche und auch keine entsprechende Schule. Und es gründete sich die evangelische Frauenhilfe", erklären Joachim Schröder, der Vorsitzende der Heimatfreunde Glehn, und Kassierer Gerhard Tumma. Gemeinsam mit den beiden jungen Beisitzern Markus Mockel und Nils Erhart arbeiten sie am Archiv des Heimatvereins und leiten das Heimatmuseum in Nachfolge von Robert Jordan, der seine Ämter im Vorstand niedergelegt hatte. "Ideen gibt es reichlich, und die versuchen wir nun umzusetzen. Die Zusammenarbeit ist sehr positiv", sagt Schröder.

Von 1948 bis 1958 betreuten die Neusser Pfarrer Fernau, Platz, Hellriegel und Schmidt die evangelischen Christen von Glehn. Etliche von ihnen gingen damals zu Fuß zum Gottesdienst nach Kelzenberg - zwei Stunden hin und zwei Stunden zurück. Dann ermöglichte es der katholische Pfarrer Heinrich Leenders den evangelischen Christen, den vorderen Teil der Pfarrkirche Sankt Pankratius Glehn zu nutzen. Das war gewissermaßen der Beginn der Ökumene im Dorf. Bis heute ist die evangelische Christenvesper an Heiligabend in der katholischen Kirche, auch die Konfirmation am 6. Mai wird dort sein. Zudem gibt es in Glehn ökumenische Taizé-Andachten in St. Pankratius. Die Frauenhilfe gestaltet gemeinsam mit der katholischen Frauengemeinschaft in Glehn den Weltgebetstag. 1954 wurde die evangelische Schule laut Ministerialerlass gegründet. "Erst war diese Ein-Raum-Schule mit 36 Kindern vom ersten bis achten Schuljahr in Lüttenglehn untergebracht - es gab natürlich keinen Schulbus," berichtet Tumma. Ab 1957 bestand eine bescheidene evangelische Kirche mit einem Gemeinderaum und zwei Schulklassen am heutigen Technologiezentrum. 1997 wurde die Friedenskirche an der Schloss-Dyck-Straße eingeweiht.

Wertvolle Einblicke und Erkenntnisse liefern in der Ausstellung die Chronik des damaligen Hauptlehrers Paul Alwisch sowie das Tagebuch der 1979 verstorbenen Leiterin der Frauenhilfe, Marta Scholz. "Wenn jemand weiteres Material hat und uns zur Verfügung stellt, sind wir dankbar dafür", sagen Schröder und Tumma.

(NGZ)