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Korschenbroich: Auch die SPD will's jetzt wissen

Korschenbroich : Auch die SPD will's jetzt wissen

Wer muss welche Kosten für Maßnahmen im Kampf gegen zu hohe Grundwasserpegel zahlen – das will nun auch die Kreistags-SPD wissen.

Wer muss welche Kosten für Maßnahmen im Kampf gegen zu hohe Grundwasserpegel zahlen — das will nun auch die Kreistags-SPD wissen.

Nachdem die Grünen in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses mit einer entsprechenden Anfrage an die Kreisverwaltung nicht durchgekommen sind, wollen Sozialdemokraten und Grüne beim heutigen Mittwoch Treffen des Ausschusses erneut und noch detaillierter nachhaken. "Nach neun Jahren Grundwasserkommission stellt sich endlich die Frage nach einer Gesamtlösung", heißt es in der Anfrage der beiden Parteien.

Der erste Versuch der Grünen, eine Auskunft zu bekommen, war gescheitert, weil CDU und FDP den Tagesordnungspunkt vertagten. Ob das heute wieder so sein wird, muss sich zeigen. Nach Ansicht von Rainer Thiel, Chef der SPD-Kreistagsfraktion, hat die Kreisverwaltung bislang nur "eine diffuse Andeutung" zur Finanzierung von möglichen Maßnahmen gegen zu hohe Grundwasserpegel gemacht. Zu diesen gehört zum einen ein System aus Pumpen, die Wasser aus dem Boden holen und die Pegel senken. Dieses System rettet, falls es installiert wird, etwa 900 Häuser. Für weitere 5000 Häuser in Korschenbroich und Kaarst senkt es die Bedrohung, sicheren Schutz bietet es aber nicht. Diesen Hauseigentümern wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als ihre Keller durch bautechnische Maßnahmen nachträglich abzudichten.

Nach Ansicht von SPD und Grünen muss endlich geklärt werden, wie viel die betroffenen Bürger für die Maßnahmen zahlen müssen, wie viel die Stadt Korschenbroich und wie viel der Kreis Neuss. "Dazu muss exakt ermittelt werden, welchem Haus mit welcher Maßnahme geholfen werden kann", sagt Thiel. Diese Übersicht sei Voraussetzung dafür, komplizierte Fragen zu klären: Wie ist zu gewährleisten, dass die Maßnahmen nicht nur von einem Teil der Betroffenen gezahlt werden, während andere ohne Beiträge von den Pumpmaßnahmen profitieren? Müssen Bürger, die bereits voll auf eigene Kosten ihren Keller abgedichtet fürs Pumpen ein zweites Mal zahlen?

(RP)