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Anwohner in Korschenbroich-Schlich wollen den Hellweg sperren lassen

Durchfahrtsbelastung in Schlich : Anwohner wollen den Hellweg sperren lassen

Anwohner wollen die Straße Hellweg in Schlich sperren lassen. Beigeordneter Georg Onkelbach verwies auf die Ablehnung durch die Korschenbroicher Feuerwehr und auf das St.-Florians-Prinzip.

„Wir möchten den Antrag stellen, den Hellweg zu schließen“, sagte die in Schlich wohnende Ilka Armbrust zu Beginn der Sitzung des Bauausschusses, als die Einwohnerfragestunde ihr dazu Gelegenheit gab. Auf dieser Straße, so Ilka Armbrust, sei die Durchfahrtbelastung nach Wahrnehmung der Anwohner extrem hoch. Vor allem landwirtschaftliche Fahrzeuge seien auf dem Hellweg unterwegs, die Straße werde „kaputt gefahren“.

„Das Thema zieht sich schon seit Jahren durch die Beratungen“, sagte Beigeordneter Georg Onkelbach. Damals sei eine Änderung aber immer wieder abgelehnt worden, insbesondere von der Feuerwehr, die darauf hinwies, dass eine Sperrung von der B 230 aus nicht möglich sei. Denn sonst könnten die Einsatzzeiten nicht eingehalten werden. Daher könne die Stadtverwaltung hier auch keine Sperrung vornehmen. Die Straße sei mit einem Schild „Durchfahrt verboten“ gekennzeichnet. Die Überwachung allerdings stelle sich nach Auskunft der Polizei als sehr schwierig dar, weil die Straße nicht besonders häufig genutzt werde. „Das ist anders als von Ihnen wahrgenommen“, wandte sich Onkelbach an Ilka Armbrust. „Die Polizei müsste da sehr lange stehen, um überhaupt jemanden zu erwischen.“

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Die Stadt habe dort in der Vergangenheit eine Verkehrszählung vorgenommen. „Diese Zählung hat unsere Annahme bestätigt. Es ist eine Belastung da, aber sie ist nicht extrem hoch. Insofern sehen wir hier auch keinen zusätzlichen Regelungsbedarf,“ sagte der Beigeordnete. Man müsse sehen, dass es eine Straße sei, die dem Gemeinwohl zur Verfügung zu stehen habe. „Wir müssen uns immer vor Augen führen, dass wir, sobald wir etwas ändern, diesen Verkehr anderen Leuten vor die Haustür schieben. Das ist dann ein Stück weit nach dem St. Florians-Prinzip.“

Dennoch: Ilka Armbrusts Nachbar Gerd Schwermer sagte, er könne nicht verstehen, dass die Straße „Am Grootes“ ohne Probleme zugemacht worden sei, „dort gibt es keine Probleme mit der Feuerwehr und dem Rettungsdienst.“ Am Hellweg werde mit schwerem landwirtschaftlichen Gerät gefahren. Man müsse sehen, dass dort Anlieger wohnen, „da sind Kinder und das ist eine Straße, die in Grund und Boden gefahren wird.“ Wenn die Straße wieder einmal instand gesetzt werde, „dann müssen wir das als Anlieger bezahlen.“ Ilka Armbrust schlug noch vor, einen Poller zu setzen, damit die Straße nicht als Durchfahrt genutzt werden kann. Georg Onkelbach wies darauf hin, dass er nichts ohne eine Erlaubnis der Feuerwehr machen könne. „Und diese Erlaubnis bekomme ich nicht.“ Er habe eine schriftliche Aussage der Feuerwehr vorliegen, dass dieser Weg nicht gesperrt werden könne.

Ilka Armbrust wollte das nicht gelten lassen. Der Hellweg werde deshalb nicht gesperrt, weil es Proteste der Landwirte gebe, denn der Hellweg sei die Hauptzufahrt zu den Feldern. „Wenn wir den Hellweg zumachen, dann fahren die anderswo“, sagte Onkelbach. Das sei dann tatsächlich das St. Florian-Prinzip, „wir legen anderen Ihren Verkehr vor die Haustür.“ Nach etwa 20 Minuten Diskussion konnte dann die Sitzung des Bauausschusses beginnen.