Korschenbroich: Ansgar Barbers lebt seinen Traum trotz Online-Konkurrenz

Korschenbroich: Ansgar Barbers lebt seinen Traum trotz Online-Konkurrenz

Im Jahr 2014 eröffnete der 51-Jährige einen Buchladen in seiner Heimatstadt. Er setzt auch auf eine sinnvolle Nutzung des Internets.

Die Konkurrenz aus dem Internet übt mächtigen Druck aus auf den stationären Buchhandel. Ansgar Barbers aber hält dagegen. Im September 2014 eröffnete der Korschenbroicher im Hannen-Center eine Buchhandlung. Diese Entscheidung hat er nach eigenem Bekunden nie bereut. "Es war immer schon mein Traum gewesen, in Korschenbroich etwas mit Büchern zu machen", sagt der 51-Jährige. Auslöser für seinen Schritt in die Selbstständigkeit war die Schließung der Gutenberg-Buchhandlung und des damit letzten Buchladens im Ort gewesen. "Rita Mielke hat mich damals gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, ein Buchgeschäft zu eröffnen. Da das immer schon mein Traum gewesen war, fing es an, in mir zu arbeiten", erzählt der Geschäftsmann. Der Zeitpunkt erschien dem gelernten Buchhändler - seinerzeit Vertreter eines Computerbuchverlages im Außendienst - günstig, da die beiden Kinder schon älter waren.

Seine Schwerpunkte sind Kinderbücher, Belletristik und Geschenkbücher zu besonderen Anlässen. Auf Wunsch können alle Buchtitel, CDs und DVDs von heute auf morgen besorgt werden. "Wir werden an sechs Tagen über Nacht beliefert. Was bis 18 Uhr bestellt wird, kann am folgenden Tag abgeholt werden", berichtet Barbers. Er sieht einen klaren Vorteil im persönlichen Kontakt zum Kunden, auf dessen Vorlieben er im Sortiment reagiert. Oft gewünscht werden Niederrhein-Bücher, Rad- und Wanderbücher sowie Schullektüre.

Barbers kooperiert zudem mit den Organisatoren der Reihe "Korschenbroich liest". Er begleitet die Lese-Veranstaltungen mit Büchertischen, hat die bei Literarischem Kaffeeklatsch und Ladies´ Night vorgestellten Titel vorrätig. Gerne unterstützt er mit Tipps, wenn Buchtitel ihm besonders interessant erscheinen und Verlage über Lesereisen von Autoren informieren. "Korschenbroich-liest"-Initiatorin Rita Mielke schätzt sein Geschäft als wichtige Institution. "Ohne eine Buchhandlung vor Ort würde die Veranstaltung nicht so gut laufen. Unsere Besucher sind es gewohnt, hier die Karten zu kaufen, sich zu informieren und eventuell auch über die Veranstaltungen sowie die vorgestellten Bücher auszutauschen", sagt sie. Barbers ist zudem im Austausch mit dem System der Pfarrbüchereien, die er zum Teil auch beliefert, und schließlich Kassierer im City-Ring. "Wir schaffen hier ein gutes Miteinander. Das ist aus den Rückmeldungen der Kunden zu hören. Viele, die hier zu den Ärzten gehen, kommen nachher zum Einkaufen. Ebenso haben wir Patienten aus der Reha-Klinik", sagt er.

Der Geschäftsmann ist nicht nur real, sondern auch virtuell gut vernetzt. Er ist überzeugt, dass das Internet - sinnvoll genutzt - Vorteile bietet. So bestellen manche Kunden online und holen ihre Bücher im Laden ab. Die Mitarbeit von Aushilfe, Teilzeit und geringfügig Beschäftigen ergibt rechnerisch einen Personalstand von zweieinhalb Personen. Barbers lebt seinen Traum mit Bodenhaftung, wie sein Fazit beweist: "Es ist viel Arbeit. Wir haben keinen Ruhetag, auch mittags geöffnet und nicht so viel Personal. Das geht nur mit großem Einsatz. Aber es macht Spaß".

(NGZ)