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Korschenbroich: Altenheimpläne fürs Pfarrhaus

Korschenbroich : Altenheimpläne fürs Pfarrhaus

Die Führungsspitze des Caritasverbands Mönchengladbach hat sich gestern das Gelände am alten Pfarrhaus von St. Andreas Korschenbroich angesehen. Der Kirchenvorstand stellte es als möglichen Standort für ein Altenheim vor.

Es war eine erste Begegnung und Definitives konnte Frank Polixa nach seinem gestrigen Besuch in Korschenbroich nicht sagen. Aber immerhin: Der Geschäftsführer des Mönchengladbacher Caritasverbands will sich demnächst einmal Unterlagen zum alten Pfarrhaus gegenüber der Korschenbroicher Kirche St. Andreas anschauen. Die liefert ihm der Kirchenvorstand um Dr. Rita Mielke auch gerne. Schließlich ist es dieses Gremium, das bei der Caritas Interesse an dem Gelände wecken will. Wo das seit 2003 unbewohnte Haus heute langsam vor sich hin verfällt, könnte ein Altenpflegeheim oder ein Haus mit betreutem Wohnen für Senioren entstehen, meint der Kirchenvorstand. Gespräche mit möglichen Bauherren verliefen bisher ergebnislos. Caritas-Geschäftsführer Polixa sah gestern erst einmal weiteren Informations- und Denkbedarf: "Es sind noch viele Fragen offen."

Dem Kirchenvorstand ist wichtig, dass das Gelände im Zentrum von Korschenbroich auf eine Weise neu gestaltet wird, die sich in den historischen Ortskern einfügt. Es gehe darum, nicht "die Oberhoheit über den Kirchplatz zu verlieren", sagt Mielke. Daher möchte der Kirchenvorstand Haus und zugehöriges Grundstück auch nicht an einen Privatmann verkaufen. Ein Altenheim mit acht bis 16 Plätzen – je nach Pflegebedarf der Bewohner wäre eher im Sinne des Gremiums. Das 1859 errichtete Haus zu sanieren und zu vermieten, ist dem Bistum Aachen zu kostspielig. Eine Renovierung würde womöglich 400 000 Euro kosten und wäre über Mieteinnahmen nicht so schnell wieder reinzuholen. Das Generalvikariat des Bistums hat andere Renditevorstellungen. Mindestens vier Prozent, so Kirchenvorstandsmitglied Klaus Segbert, will man in Aachen sehen. Und ohne den Segen des Bistums kann der Kirchenvorstand nichts tun. Ob aus den Altenheimplänen etwas wird, hängt auch von der Stadt ab. Damit genügend Platz dafür ist, bräuchte die Pfarre einen Teil eines stadteigenen Grundstückes hinter dem Pfarrhausareal. Die Stadt ist grundsätzlich nicht abgeneigt, die Fläche abzutreten. Allerdings ist sie dabei zu klären, ob das alte Pfarrhaus nicht denkmalwürdig ist. Derzeit wartet sie auf einen Besuch aus dem Denkmalamt des Landschaftsverbands Rheinland, der Aufschluss geben soll.

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Würde das ganze Haus zum Denkmal, würden die Altenheimpläne noch komplizierter. Denn dann könnten Gebäudeteile nicht so einfach verändert oder abgerissen werden. Andererseits ist auch der Kirchenvorstand daran interessiert, zumindest die Fassade des alten Pfarrhauses zu erhalten.

(RP)