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Acht Männer bilden den KochClub Lukullus in Korschenbroich

Auf der Suche nach dem besten Geschmack : Acht Männer bilden den KochClub Lukullus in Korschenbroich

Vor gut 25 Jahren gründeten befreundete Hobbyköche aus Korschenbroich den Koch-Club Lukullus. Der hat keinen Vorstand, lost aber einmal im Monat den Chefkoch aus. Gekocht wird nach Rezept und experimentell.

Im Gründungsjahr gab es keine einheitliche Ausstattung, doch bereits den Ehrgeiz, Kulinarisches angemessen aufzutischen. „Wir haben verschiedene Porzellanhersteller angeschrieben und auch Kostenvoranschläge von Firmen bekommen, bei denen wir gar nicht angefragt hatten“, erinnert sich Reinhard Beumers an eine der ersten gemeinschaftlichen Aktionen im Koch-Club Lukullus.

Ergänzt um private Bestellungen erhielt der Club schließlich über 500 Kilogramm Porzellan geliefert. Seitdem kochen die ambitionierten Hobbyköche nicht nur für eigene Gaumenfreuden, sondern mitunter auch zu besonderen Anlässen der Stadt. So zauberten sie  zu einem Besuch des Trinity College Cambridge Choir ein Büffet mit 30 verschiedenen Speisen für 130 Personen und für ebenso viele Gäste zum Ritterschlag der Europaschützen ein Menü wie auch ein kaltes Büffet mit rheinischen Spezialitäten. Vor zwei Jahren tischten sie bei dem von Stadt und Kinder-Direkthilfe gegebenen Empfang für den Bischof aus Bolgatanga auf.

Beumers ist einer der acht Freunde, die den Club in der Gaststätte Oedinger aus der Taufe hoben und bereits einen Monat später ihre Idee umsetzten. „Wir haben bald festgestellt, wenn wir Menüs machen, haben wir zwei Köche zu wenig. Zwei Monate später schlossen sich uns zwei weitere Mitglieder an“, erzählt er. Aktuell hat der Kochclub mit Erich Lotz, Jochen Heinz, Manfred Jungbluth, Wolfgang Tillmanns, Silvyo Langen, Peter Nilgen sowie den Brüdern Albert und Reinhard Beumers acht Mitglieder im Alter von 60 bis 75 Jahren. Die Feinschmecker zahlen einen Jahresbeitrag, verzichten aber – mit Ausnahme eines Kassierers - auf einen Vorstand. Einmal im Monat treffen sie sich zur gemeinsamen Vorbereitung eines Vier- bis Fünf-Gang-Menüs, das natürlich im Anschluss gemeinsam verzehrt wird.  Der verantwortliche Chefkoch wird - außer während der Ferienzeit - Monat für Monat ausgelost. Er muss das Menü zusammenstellen, die Einkäufe besorgen, bei Überschreitung des festgesetzten Kostenrahmens den Überschuss tragen und die Rezepte beibringen. Dafür hat er die „Lufthoheit über die Küche“. „Da kommt jeder einmal dran“, sagt Beumers, der das Weihnachtsmenü zu verantworten hatte. Er entschied sich für ein Amuse Gueule, Badische Schneckensuppe, Mango-Avocado-Mozarella-Türmchen, Gänsebrust mit Rotkohl, Semmelknödel, Selleriepüree und in Rotwein eingelegtem Trockenobst. Zum Dessert gab es Gewürz-Panna Cotta. Ebenso ist es bereits vorgekommen, dass ein Chefkoch eine Auswahl an Lebensmitteln zusammenstellte und seine „Belegschaft“ zur Improvisation herausforderte, um erst im Nachhinein seine Vorschläge zu zeigen. Beumers hat auch diese Variante gefallen. „Es gibt Rezepte, die ergeben sich“, sagt der Feinschmecker, der gerne ausprobiert und mitunter eigene Kreationen bei Chefkoch.de ins Netz stellt. Nach jedem Essen gibt es eine Manöverkritik „Die fällt meistens gut aus“, verrät Beumers. Und sollte mal etwas daneben gehen? Tragisch wäre das nicht, sagt der Hobbykoch, der betont: „Das Wichtigste ist bei uns der Zusammenhalt“.