Andreas-Schule in Korschenbroich: Schüler küren scheidenden Schulleiter Grüe zum „Superstar“

Von Angela Wilms-Adrians

Wolfgang Grüe ist ein Mann mit vielen Talenten. Eines davon ist die Musik, und so durchzog der Refrain „Überall ist Musik“ die Feier zu seiner Verabschiedung. Vor 26 Jahren war Grüe an die Andreas-Schule gekommen. Er hat sie zunächst für drei Jahre kommissarisch und ab 1999 offiziell geleitet. Die Daten fehlten nicht beim bewegenden Adieu in der Turnhalle und den Verabschiedungsreden im Foyer.

 Im Mittelpunkt aber stand Grües enormer Einsatz. Schüler aller Klassen aus dem Ortskern und der Dependance in Pesch sowie das Kollegium zeigten ihre Wertschätzung im temporeichen Programm mit Gesang, pfiffigen Choreographien und zündenden Rhythmen. Für Grüe war ein Regiestuhl reserviert, doch gestern kam er erst am Schluss zu Wort. In Choreinsätzen stimmten die Kinder für ihn die Freizeitglocken an. In hinreißender Choreographie würdigten sie witzig die Talente des Lehrers als Schulleiter, Sportler, Musiker, Handwerker und anderes mehr. Alle Texte des Morgens waren auf den Abschied und gute Wünsche umgemünzt. Dabei lag in der Textzeile „Jetzt kommt eine schöne Zeit“ die Anspielung auf das alljährlich stattfindende Weihnachtssingen mit dem Rektor und seiner Gitarre. „Superstar, Superstar“, schallte es durch die Halle vor der Übergabe des T-Shirts mit entsprechendem Aufdruck.

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Konrektorin Bärbel Verheugd überreichte die Sonderausgabe der Andreas-Schulzeitung. Darin enthalten ist ein Abschlusszeugnis mit den Prädikaten „brillant“, „großartig“ und „herrlich“ für Kreativität, Einfühlungsvermögen und Humor. Nach dem fröhlichen „Tschüss“ der Kinder, durchsetzt von kullernden Abschiedstränen folgte im Foyer der offizielle Part. Verheugd hielt Rückblick: Grüe führte zum Beispiel das gemeinsame Lernen ein, war Vorreiter der Inklusion und zog 1997 im Kampf um den Anbau der Schule beim Karneval als Bauarbeiter mit. Ihm gelang der Spagat beim Schulverbund mit der Pescher Grundschule. Bürgermeister Marc Venten versicherte: „Die von der Schule aufgezeichneten CDs haben einen festen Platz in unserem Haus“. Schulaufsichtsbeamter Christoph Schröder bescheinigte Grüe ein hohes Maß der Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung. Elternvertreter, Kollegen und Pfarrer Peter Grotepaß dankten.

Die Musiker, mit denen Grüe so oft bei Schulfesten auftrat, spielten. Offensichtlich war der Geehrte dankbar, als er zum Mitspielen aufgefordert wurde. Denn er kämpfte mit seinen Gefühlen. „Je näher der Tag kam, desto schlimmer wurde es für mich“, gestand er. Als begeisterter Marathonläufer verglich Grüe Stationen der Schullaufbahn mit den Momenten des Herzklopfens, der Euphorie und auch der zeitweisen Erschöpfung beim Sport. Doch anders als beim Laufen falle es ihm nun schwer, die Zielgerade zu überschreiten. Grüe verriet auch, dass genügend Aufgaben bleiben - die Familie, der Sport, die Musik.

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