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Korschenbroich: Abiturient reist für ein Jahr nach China

Korschenbroich : Abiturient reist für ein Jahr nach China

Niklas Peters ist abenteuerlustig - und tauscht ab August kurzerhand Glehn gegen Gansu, eine der ärmsten Provinzen Chinas. Vor Ort wird er Schüler in Englisch unterrichten. Den Kontrast zwischen Arm und Reich wird er hautnah erleben.

Die letzten Tage vor der großen Reise sind gezählt, jetzt geht's für Niklas Peters ans Kofferpacken. In genau drei Wochen beginnt für den 18-jährigen Abiturienten das bisher größte Abenteuer seines Lebens. Für ein Jahr wird er seine Heimat - eine idyllische Wohnsiedlung in Glehn - gegen eine Wüstenlandschaft, Wohlstand gegen Armut, Demokratie gegen Sozialismus sowie Messer und Gabel gegen Stäbchen tauschen. Zwischen Abitur und Studium reist er einmal um den halben Globus nach China - genauer gesagt: nach Gansu, in eine der ärmsten Provinzen im Westen der Volksrepublik.

Der nahtlose Übergang zwischen Schule und Studentenleben ist Niklas Peters zu langweilig, er hat sich deshalb für den sogenannten Entwicklungspolitischen Freiwilligendienst entschieden. "Das heißt, dass ich in China in einer Schule unterkommen werde, um dort als Lehrer in der siebten und achten Klasse Englisch zu unterrichten", erzählt Peters von dem Programm, das aus einer Kooperation zwischen Bundesentwicklungsministerium und der Hilfsorganisation "Brot für die Welt" hervorgegangen ist.

"Für viele ist China ein Land, das sich momentan sehr stark weiterentwickelt. Doch je weiter man sich dort Richtung Westen bewegt, desto ärmlicher sind die Lebensverhältnisse der Menschen", sagt der 18-Jährige, der im vergangenen Jahr schon einmal für zwei Wochen mit einer Reisegruppe in China unterwegs war - allerdings in großen Metropolen wie etwa Shanghai.

"Ich bin gespannt, was mich in Gansu erwartet", sagt der Glehner, der sich ganz bewusst für diese Provinz in China entschieden hat. Er will die Welt kennenlernen. "Dazu gehört auch, einmal hautnah zu erfahren, wie gut es uns in Deutschland und Europa geht", meint er.

Vor Ort wird er eingewiesen, jedoch unterm Strich auf sich allein gestellt sein. "Ich bekomme eine Wohnung, die direkt in die Schule integriert ist, in der ich mit einem anderen Deutschen gemeinsam Englisch unterrichten werde", beschreibt Peters das, was ihn in den ersten Tagen nach seiner Ankunft in China erwarten wird.

Ein Jahr lang wird er dort seinen Alltag selbstständig organisieren. "Mit Stäbchen essen ist nur eines von vielen Dingen, an die ich mich wohl erst gewöhnen muss", sagt der Abiturient. Schon vor rund einem Jahr hat er deshalb angefangen, Chinesisch zu lernen - seine Sprachkenntnisse will er während des Aufenthalts weiter verbessern.

Seine Familie steht voll hinter ihm. "Dennoch wird es mir schwer fallen, sie für ein Jahr allein zu lassen", erzählt Peters, der sich seit gestern in Berlin mit anderen Teilnehmern des Programms auf die Reise vorbereitet. Am 7. August geht's los: "Dann will ich mich ganz gezielt auf die kulturellen Unterschiede einlassen, den Kontrast erfahren", sagt Niklas Peters.

(cka)