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Korschenbroich: 148 Sternsinger ziehen durch Glehn

Korschenbroich : 148 Sternsinger ziehen durch Glehn

In kaum einem Ort ziehen so viele Sternsinger durch die Straßen wie in Glehn. Wir haben vier Jugendliche und junge Erwachsene auf ihrem Weg begleitet.

Sternsinger zu sein — das ist für viele Kinder und Jugendliche in Glehn selbstverständlich. Schließlich machen es die etwas älteren Kinder und Jugendlichen den kleineren Sternsingern vor. "148 haben sich in diesem Jahr bei uns angemeldet", sagt Mitorganisator Martin Bienioschek, der von einer "starken Gemeinschaft und großer Hilfsbereitschaft im gesamten Ort" spricht. Denn die Sternsinger-Aktion ist jedes Jahr erneut auch eine organisatorische Herausforderung, die schon Monate vorher gründlich geplant und vorbereitet wird. Keine Pfarrgemeinde im Rhein-Kreis hat mehr Sternsinger als St. Pankratius Glehn.

"Ich bin schon im Kinderwagen mitgezogen", sagt Sternsinger Markus Bresser. Er ist inzwischen 18 Jahre alt und Sportstudent, doch Sternsingen ist für ihn weiterhin Ehrensache. Ausgerüstet mit Gewand, Spendendose, Krone, Kreide und einem Stern zog er gestern mit anderen "alten Hasen" unter den verkleideten Königen wieder von Tür zu Tür.

Und gemeinsam mit Sternsinger-Kollege Rafael Jansen aus Scherfhausen stellte er sogar den ultimativen Blickfang der gesamten Aktion dar: das Kamel. Das hatte sein Großvater vor Jahren eigens für die Sternsinger im Ort genäht, noch heute kommt es regelmäßig zum Einsatz. "Es wurde sogar bei der Auftakt-Veranstaltung zur Sternsinger-Aktion 2014 am 30. Dezember im Kölner Dom vom Kardinal gesegnet", berichtet Martin Bienioschek. Zwei Höcker, zwei Jugendliche: Der Vordere trägt einen Stock mit aufgesetztem Kamel-Kopf aus Stoff, während sich beide durch Gucklöcher in den Höckern ihren Weg durch die Straßen Glehns bahnen. "Wir kennen uns seit einer gefühlten Ewigkeit. Peinlich ist es uns keinesfalls, Sternsinger zu sein — im Gegenteil. Es ist Ehrensache", sagt Markus Bresser.

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Eingeteilt ist er diesmal mit Rafael Jansen (18), Freddy Peters und Moritz Goldmann (beide 17) für zwei Straßen. Auf dem Weg dorthin schauen sie natürlich auch bei Familie Esser an der Joenstraße vorbei. Diese ist mit Elan dabei, wenn es darum geht, durstige Sternsinger mit allem, was von innen wärmt, zu versorgen. "Da kommen auch schon Mal zwei oder mehr Gruppen zu uns", sagen Heinz-Theo und Annemarie Esser und lachen. Schließlich kennen sie die meisten Kinder schon von klein auf — und wollen sie weiterhin nicht nur mit Flüssigem, sondern auch mit Geldspenden unterstützen. Denn das ist — neben dem Segen für das neue Jahr — der Hintergrund der Aktion.

"Wir kommen daher aus dem Morgenland und wurden geführt von Gottes Hand. Wir bitten, Jesus segne dieses Haus und alle die da gehen ein und aus", heißt es an jeder Tür. Viele Glehner erwarten "ihre" Sternsinger bereits sehnsüchtig — wollen von Kaspar, Melchior und Balthasar entweder einen Aufkleber oder einen Segensgruß aus Kreide für die Hauswand. Ein kleiner Plausch an der Tür, ein Segen und Geld für den guten Zweck: Das ist es, was die Sternsinger Glehns antreibt.

(NGZ)