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Köln: Von der Reithalle ins Staatenhaus

Köln : Von der Reithalle ins Staatenhaus

Morgen Abend gibt es die Kölner Erstaufführung von Leonards Bernsteins Comic Operetta "Candide". Das Stück ist eine Kooperation zwischen der Oper Köln und dem Staatstheater am Gärtnerplatz in München.

Im Staatenhaus in Deutz hat sich der Saal 1 der Kölner Oper in eine hölzerne Arena verwandelt. Vier Tage hatten die Mitarbeiter Zeit, um die Kulissen von "Falstaff" ab- und das Bühnenbild von "Candide" aufzubauen. Am kommenden Sonntag wird die Comic Operetta von Leonard Bernstein erstmals in Köln aufgeführt. "Sie steht zwischen den Genres Oper und Musical und vereint in sich verschiedene musikalische Elemente", sagt Choreograph Adam Cooper.

Das musikalisch wie optisch opulent ausgestattete Stück ist eine Kooperation mit dem Münchener Staatstheater am Gärtnerplatz. Von der Isar reiste das komplette Bühnenbild an den Rhein. Auf der Bühne werden sowohl Protagonisten aus München als auch vom Ensemble der Kölner Oper stehen. Inszeniert wird das Stück von Adam Cooper, der sich auch für die Choreographie verantwortlich zeichnet. Die musikalische Leitung hat Benjamin Schwartz.

"Mich reizen an 'Candide' die unglaubliche Musik Bernsteins und die Verrücktheit des Buches von Voltaire. Ich versuche in dieser Aufführung, die Geschichte so verständlich wie möglich zu machen. Diese könnte sonst den Zuschauer etwas verwirren. Dazu habe ich die gesamte Struktur und die Dialoge klarer gemacht. Außerdem haben wir viele Kostümwechsel eingebaut, um dem Zuschauer mit landestypischer Kleidung deutlich zu machen, wo Candide und seine Gefährtin bei ihrer verrückten Reise gerade sind." Zu sehen sind die Stationen auch anhand der vielen bunten Bilder, welche die Bühne umgeben.

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Von ihrem Lehrer, dem Philosophen Dr. Pangloss, sind Candide und seine Gefährtin Cunegonde in dem Glauben erzogen worden, in der "besten aller Welten" zu leben. Was das Leben in der realen Erprobung dann während der Reise für beide bereithält, könnte kaum härter und schonungsloser sein - sie begegnen Kriegen, Naturkatastrophen, Mord, Ausbeutung und Betrug. Über all stoßen sie auf unmenschliche Auswüchse menschlicher Schwäche. Als sie zurückkehren, lautet ihr Resümee "Es ist nötig, unseren Garten zu bestellen."

"Es geht aber nicht darum, sich komplett ins Private zurückzuziehen. Man kann nicht alles kontrollieren und zum Guten verändern. Die Welt ist eben, wie sie ist. Aber man sollte trotzdem das tun, was in der eigenen Macht steht und die eigenen Möglichkeiten effektiv nutzen", sagt Cooper.

Das Orchester, das seinen Platz hinter der Bühne hat, wird genauso technisch verstärkt wie der Gesang auf der Bühne. "Normalerweise brauchen wir das im Staatenhaus nicht. Aber bei einem solchen Stück gibt es beim Publikum eine Erwartungshaltung an den Sound, die man erfüllen sollte", sagt Intendantin Birgit Meyer. Auch ein Chor wird bei "Candide" zum Einsatz kommen.

Grundsätzlich ist Meyer für alle Varianten des Musiktheaters von der Oper über die Operette bis zum Musical offen. Damit steht sie in keinem Konflikt zum Vorschlag von OB Henriette Reker das neue Opernhaus am Offenbach auch für Musicals zu nutzen. "Wir hatten bereits 'My Fair Lady' und würden gerne auch einmal Bernsteins "West Side Story" präsentieren. Das ist aber nicht ganz einfach, wegen der Rechte am Stück."

(RP)