Vergewaltigung an der Uni Köln: Student muss zehneinhalb Jahre in Haft

Vergewaltigungsprozess in Köln : Student muss zehneinhalb Jahre in Haft

Vor dem Kölner Landgericht ist das Urteil im Vergewaltigungsprozess gegen einen 24-jährigen Studenten gefallen. Er hat eine Studentin vergewaltigt und vier weitere Frauen überfallen. Seine Opfer leiden bis heute unter den Taten.

Johan H. (Name geändert) hat bis zuletzt geschwiegen. Das Gericht ist aber davon überzeugt, dass der BWL-Student aus Mali im Mai dieses Jahres eine 21-jährige Studentin auf dem Kölner Uni-Campus vergewaltigt hat.

Ermittler konnten seine DNA am Tatort sichern. Außerdem hat er vier weitere Frauen in Köln-Lindenthal überfallen. Alle Taten geschahen innerhalb von neun Tagen.

Eine der Frauen entging offenbar nur knapp einer Vergewaltigung, Johan H. hatte ein ausgepacktes Kondom schon griffbereit im Schuh. Doch die 25-Jährige konnte sich losreißen und flüchten.

Nun muss er wegen besonders schwerer Vergewaltigung und besonders schwerer räuberischer Erpressung zehn Jahre und sechs Monate in Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre gefordert.

Johan H. stammt aus "einer gebildeten und gut situierten Familie", wie der Vorsitzende Richter sagte. Er lebt seit sechs Jahren in Deutschland und war bisher strafrechtlich nie in Erscheinung getreten. Die Kammer wertete zu Lasten des Angeklagten, welches "erhebliche Leid" er den Opfern zugefügt habe. Alle Frauen leiden nach wie vor unter den Taten. Das Vergewaltigungsopfer musste sein Studium unterbrechen und leidet unter Angststörungen. Sie hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Begleitung ihres Freundes im Prozess ausgesagt.

Eine Auswertung des Mobiltelefons des Angeklagten hatte gezeigt, dass er sich vor der Vergewaltigung im Netz darüber informiert hatte, wie sich die Tat am besten verschleiern lässt, Spuren sich verwischen lassen.

Der Angeklagte ließ seinen Kopf während der Verkündung sinken. Er muss 15.000 Euro Schmerzensgeld an die Frau bezahlen, die er vergewaltigt hat. Johan H. hatte behauptet, die Polizei habe die Speichelproben verwechselt.

(hsr)
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