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Unfall auf A3 bei Köln: Sechs Betonplatten entfernt - Leiche obduziert

Nach tödlichem Unfall bei Köln : Sechs Betonplatten an A3 abgebaut

Knapp eine Woche nach dem Sturz einer Betonplatte auf die A3 sind nun sechs weitere abgenommen worden. Auch von ihnen könnte eine tödliche Gefahr ausgehen. Die Leiche der erschlagenen Autofahrerin wurde untersucht.

Nach dem tödlichen Betonplatten-Unfall auf der Autobahn 3 bei Köln sind am Donnerstag sechs weitere Platten abgebaut worden, die ebenfalls fehlerhaft befestigt waren. Für die Arbeiten wurden drei Spuren in Fahrtrichtung Oberhausen gesperrt, zwei blieben frei. Ein Schwerlast-Kran war vor Ort, um die fünf Tonnen schweren Platten zu heben. Polizisten vor Ort machten Fotos der Befestigungen und tüteten Metallteile ein.

Eine Betonplatte war am Freitag aus der Schallschutzmauer heraus auf das Auto einer 66 Jahre alten Kölnerin gestürzt und hatte sie laut Obduktion erschlagen. Bei der Untersuchung der benachbarten Platten kam heraus, dass 2007 weitere sechs Platten ebenfalls regelwidrig festgemacht worden waren. Laut Verkehrsministerium hatte man die zu groß geratenen Platten mit einer absichtlich improvisierten Konstruktion samt einer eingeschweißten Schraube angebracht. Die Schraube an der Unfallplatte riss.

Die Betonplatten wurden auf einen Tieflader gelegt und wegtransportiert. Die Arbeiten waren laut Landesbetrieb Straßen.NRW planmäßig vor 15 Uhr beendet.

Die hinabgestürzte Betonplatte an der A3 wurde bei ihrer letzten planmäßigen Untersuchung 2013 mit „Sehr gut“ bewertet. Laut einem Bericht der NRW-Landesregierung an den Verkehrsausschuss des Düsseldorfer Landtags waren die jetzt festgestellten Mängel an der Halterung allerdings nicht sichtbar. „Es ist davon auszugehen, dass auch bei der kommenden Prüfung die fehlerhafte Konstruktion nicht aufgefallen wäre, weil sie versteckt hinter der Lärmschutzplatte liegt“, so das Verkehrsministerium in dem Bericht.

Tatsächlich hätte das Bauwerk 2019 erneut überprüft werden sollen. Weil zu viele andere Prüfungen ausstanden, hatte man das Vorhaben aber verschoben – „was aufgrund des Baujahres und der sehr guten Zustandsnoten der letzten Hauptprüfung von den zuständigen Fachleuten der Landesstraßenbauverwaltung als verträglich angesehen wurde“, heißt es in dem Bericht an den Landtag. Regelmäßige Sichtprüfungen hätten stattgefunden.

Die Arbeit der Polizei vor Ort wollte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht kommentieren. Die Ermittlungen zu dem Vorfall liefen weiter. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet – zunächst gegen Unbekannt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sechs Betonplatten an A3 bei Köln abgenommen

(th/mba/dpa)