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Trauerfeier für Kardinal Joachim Meisner in Köln: Gläubige nehmen Abschied

Prozession zum Kölner Dom : Gläubige nehmen Abschied von Kardinal Meisner

Die Trauerfeierlichkeiten für Kardinal Joachim Meisner haben begonnen: Sein langjähriger Freund, Kardinal Peter Erdö aus Budapest, nannte Meisner in seiner Predigt einen leidenschaftlichen Kämpfer für die Wahrheit des Glaubens.

Der Sarg wurde in einer Prozession von der Kirche Sankt Gereon in die Kathedrale überführt. Direkt vor dem Sarg ging der derzeitige Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki. Der Leichenwagen wurde von den Malteser- und Grabesrittern begleitet.

Um 10 Uhr begann im Kölner Dom das Requiem. Die Predigt hielt der langjährige Freund Meisners, Kardinal Peter Erdö aus Esztergom-Budapest. Der ungarische Kardinal hob die Verdienste des Verstorbenen für die Weltkirche hervor. In seiner Predigt sagte er, Meisner habe als Berliner und Kölner Erzbischof sowie als Vorsitzender des katholischen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis einen kaum zu überschätzenden Beitrag für die Wiedervereinigung Deutschlands und das Zusammenwachsen von Ost und West geleistet.

Erdö ist Primas der katholischen Kirche von Ungarn. Er bezeichnete den verstorbenen Kardinal als einen leidenschaftlichen Kämpfer für die Wahrheit des Glaubens und als einen "dynamischen" Hirten, der sich stark für Arme und Bedürftige eingesetzt habe. In diesem Sinne habe er einen sehr ähnlichen Ansatz verfolgt wie Papst Franziskus.

Beim Requiem verlas der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, eine kurze Botschaft des Papstes: Demnach würdigte Papst Franziskus "den unerschrockenen Einsatz" des verstorbenen Kardinals für Glauben und Kirche. Franziskus wies darauf hin, dass sich Meisner für die Kirche in Ost und West gleichermaßen eingesetzt habe.

Eine beeindruckende und streibare Persönlichkeit

Weitere Konzelebranten sind unter anderen der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Auch der umstrittene Ex-Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, ist für die Feierlichkeiten nach Köln gekommen.

Meisner war am 5. Juli im Alter von 83 Jahren während eines Urlaubs in Bad Füssing gestorben. Der Kardinal stand von 1989 bis 2014 an der Spitze des Erzbistums Köln und war zuvor Bischof in Berlin und Erfurt. (Lesen Sie hier unseren Nachruf auf Kardinal Meisner.)

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sagte am Samstag im WDR, Meisner sei eine beeindruckende und streibare Persönlichkeit gewesen. Mit vielen seiner Positionen sei er "ein Stachel im Fleisch der Gesellschaft" gewesen. Marx betonte, der Streit um den richtigen Weg gehöre in der katholischen Kirche dazu. Es werde immer unterschiedliche Strömungen und Positionen geben.

In St. Gereon war Meisner mehrere Tage aufgebahrt. Nach dem Gottesdienst an diesem Samstag wird der Sarg in der Bischofsgruft beigesetzt. Meisner wird seine letzte Ruhestätte gegenüber dem populären Kardinal Josef Frings (1887-1978) finden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Beisetzung von Kardinal Meisner in Köln

(siev/vek/dpa/KNA)