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Stadt Köln: Drei bestätigte Affenpocken-Fälle

Virus-Erkrankung in NRW angekommen : Drei bestätigte Affenpocken-Fälle in Köln

Nach kommunalen Angaben sind jetzt die ersten Fälle einer Affenpocken-Infektion auch in Nordrhein-Westfalen bestätigt worden. In Köln gibt es nach Auskunft der Stadt mehrere bestätigte Infektionen.

Die ersten Fälle einer Affenpocken-Infektion sind nach kommunalen Angaben jetzt auch in Nordrhein-Westfalen bestätigt worden. In Köln gibt es nach Auskunft der Stadt mehrere bestätigte Infektionen. „Wir haben jetzt drei bestätigte Fälle und einen Verdachtsfall, wo das Testergebnis noch aussteht“, sagte eine Stadt-Sprecherin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Unter den drei bestätigten Affenpocken-Fällen sei auch jener, der am Vortag als erster Verdachtsfall in Nordrhein-Westfalen bekannt geworden sei. Alle vier Personen befänden sich zu Hause in Quarantäne.

Bei den Erkrankten handele es sich um drei Männer im Alter zwischen 36 und 45 Jahren, teilte die Domstadt mit. Ein 57-jähriger Mann, dessen Testergebnis noch ausstehe, zeige ebenfalls Symptome. Bei der Quarantäne habe das Gesundheitsamt die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vorgegebene Frist von 21 Tagen ab Beginn der Symptome berücksichtigt. Unabhängig von den Erkrankten geb es zudem eine Kontaktperson zu einem anderen Fall. Der 60-Jährige weise bislang keinerlei Symptome auf. Ihm sei trotzdem geraten worden, zu Hause zu bleiben und enge Kontakte zu meiden.

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Anfang Mai war ein Affenpocken-Fall in Großbritannien nachgewiesen worden - Experten zufolge kursierte der Erreger da aber wohl bereits in vielen Ländern. Das Virus verursacht nach Angaben von Gesundheitsbehörden meist nur milde Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Hautausschlag. Affenpocken können aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen, in Einzelfällen sind tödliche Erkrankungen möglich. Folgen einer überstandenen Infektion können Narbenbildung und selten auch Erblindung sein.

Bis zum Sonntag waren laut einem Bericht des Bundesgesundheitsministeriums deutschlandweit vier Fälle erfasst, einer in München und drei in Berlin. Proben zahlreicher weiterer Menschen werden analysiert, zudem suchen Behörden nach Kontaktpersonen nachweislich Infizierter. Das Bundesgesundheitsministerium rechnete mit weiteren Nachweisen. „Aufgrund der vielfältigen Kontakte der derzeit Infizierten ist in Europa und auch in Deutschland mit weiteren Erkrankungen zu rechnen“, heißt es im Bericht für den Gesundheitsausschuss des Bundestages.

Weltweit sind inzwischen weit über 100 Fälle nachgewiesen. Wegen der langen Inkubationszeit von bis zu drei Wochen gehen Experten von einer Vielzahl weiterer Meldungen in nächster Zeit aus.

Deutschland will mit schneller Isolation von Infizierten die Ausbreitung der Affenpocken unter Kontrolle halten. Es müsse hart und früh reagiert werden, sagte Lauterbach am Dienstag am Rande des Deutschen Ärztetags in Bremen. Er betonte: „Was wir mit den Affenpocken gerade erleben, ist nicht der Beginn einer neuen Pandemie.“ Es handele sich um einen bekannten Erreger, und man wisse, wie man ihn bekämpfen könne. Durch gute Kontaktnachverfolgung und Vorsicht könne die Situation in den Griff bekommen werden.

Lauterbach sagte zugleich, dass die Entwicklung sehr ernst zu nehmen sei. Es sei noch nicht bekannt, warum Ausbrüche international diesmal anders verliefen als in der Vergangenheit. Möglich sei, dass der Erreger oder die Anfälligkeit von Menschen sich verändert haben. Wenn Ausbrüche früh eingedämmt würden, könne man erreichen, dass sich der Erreger nicht bei Menschen einniste.

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfehle eine Isolierung von Infizierten bis zum Abfall der Krusten, aber mindestens 21 Tage lang, sagte RKI-Chef Lothar Wieler. Für enge Kontakte empfehle man eine Quarantäne von 21 Tagen. Die Erkrankung geht mit Hautveränderungen einher, die verschiedene Stadien durchlaufen - letztlich verkrusten die Stellen. Die Empfehlung zu Isolation und Quarantäne wird den dafür zuständigen Ländern für die Umsetzung empfohlen, wie Lauterbach erläuterte.

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind mittlerweile rund 250 Fälle von Affenpocken aus 16 Ländern gemeldet worden. Diese Zahl an bestätigten Infektionen und Verdachtsfällen betreffe jedoch nur Länder, in denen die Viruskrankheit zuvor nicht regelmäßig gehäuft aufgetreten sei, sagte WHO-Expertin Rosamund Lewis am Dienstag in Genf. „Dieser Ausbruch kann eingedämmt werden“, sagte sie. Die aktuelle Häufung der Fälle sei zwar besorgniserregend, doch das Risiko für die Öffentlichkeit gering.

Die meist mild verlaufende Krankheit war schon vor den derzeitigen Fällen gelegentlich in westlichen Ländern immer wieder in einigen wenigen afrikanischen Ländern aufgetreten. In der Demokratischen Republik Kongo gab es laut WHO dieses Jahr bereits 1200 Verdachtsfälle. Lewis sagte, dass nur sehr wenige davon etwa durch Laboruntersuchungen bestätigt worden seien.

Die WHO veröffentlichte am Dienstag zusätzlich zu der genannten Statistik auch leicht abweichende Zahlen zu Fällen und Ländern im Rahmen der Jahresversammlung der WHO-Mitgliedsländer. Ein Sprecher der UN-Organisation konnte die Differenzen auf Anfrage nicht aufklären.

(felt/kag/dpa)