Köln: "Spielen Sie Millowitsch, spielen Sie"

Köln : "Spielen Sie Millowitsch, spielen Sie"

Vor 70 Jahren hob sich im Millowitsch-Theater an der Aachener Straße für das Stück "Das Glücksmädel" zum ersten Mal wieder der Vorhang nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Das aktuelle Millowitsch-Stück heißt "Käsch in de Täsch".

Mit dem Stück "Im Nachtjackenviertel" stand 1961 "ein Spiel aus guter alter Zeit" auf dem Programm der Heimatbühne Millowitsch. In den Hauptrollen waren die Geschwister Lucy und Willy Millowitsch zu sehen. An die "gute alte Zeit" wurde auch bei der Premiere des aktuellen Stücks "Käsch in de Täsch" im Millowitsch-Theater erinnert. Diese Aufführung markiert ein Jubiläum. Vor 70 Jahren, am 19. Oktober 1945, öffnete sich der Vorhang für "Das Glücksmädel". Damit kehrte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wieder ein Stückchen Normalität in die Stadt zurück.

Theaterleiter Willy Millowitsch erfüllte damit einen ausdrücklichen Wunsch des Kölner Stadtoberhauptes Konrad Adenauer. Der spätere Bundeskanzler hatte den Schauspieler fast angefleht mit den Worten: "Fangen Sie an zu spielen Millowitsch, die Leute müssen wieder was zu lachen haben".

Willy Millowitsch ließ sich nicht lange bitten. Er spielte seine Schwänke mit großem Erfolg. Ab 1953 auch bundesweit. Möglich machte es das neue Medium Fernsehen. Am 27. Oktober wurde im damaligen NWDR "Der Etappenhase" ausgestrahlt. Es war die erste Live-Übertragung eines Bühnenstücks aus einem Theater im Fernsehen. Was als einmalige Sache als Ersatz für eine Sportveranstaltung geplant war, entwickelte sich zum Dauerbrenner. Die Übertragungen aus dem Theater an der Aachener Straße sind fester Bestandteil im WDR-Programm. Im aktuellen Stück dürfen sich die Zuschauer auf eine turbulente Handlung rund um Verwechslungen, Schwindeleien und Klamauk freuen. Sehr schön, dass das Autorenduo Peter Millowitsch und Barbara Schöller mit den Figuren Anton (Tünnes) und Schääl (Schäl) an die Anfänge des Theaters erinnert als die kölschen Originale feste Bestandteile der Stücke waren. Bei "Käsch in de Täsch" hat sich Anton (Peter Millowitsch) durch eine Lüge in eine blöde Lage gebracht. Seine Jugendfreundin hat ihm Geld zur Unterstützung seiner angeblich kranken Familie gegeben. Sie ahnt nicht, dass das ganze Geld in Antons "kranke" Autowerkstatt in Köln-Poll geflossen ist. Als alles auffliegt, ist nicht nur Antons Ehefrau Lucy (glänzend Samy Orfgen) entsetzt.

(RP)