Silvesternacht in Köln: Ralf Jäger verspielt seine Glaubwürdigkeit

U-Ausschuss zur Kölner Silvesternacht: Ralf Jäger verspielt seine Glaubwürdigkeit

In der Kölner Silvesternacht hat die Polizei gravierende Fehler gemacht - zu diesem Ergebnis ist der Untersuchungsausschuss des Landtags gekommen. NRW-Innenminister Ralf Jäger hat seine Polizei reflexhaft in Schutz genommen. Nicht zum ersten Mal. Jäger ist damit Teil des Problems.

Die Kölner Silvesternacht 2015/16, in der Hunderte Frauen auf offener Straße sexuell belästigt und beraubt wurden, ist ein Schandfleck in der Geschichte der NRW-Polizei und des NRW-Innenministeriums. Die Polizei hat gravierende Fehler gemacht. Den größten Fehler macht aber ein Innenminister, der das nicht wahrhaben will.

Der erste Bericht aus dem Untersuchungsausschuss zur Silvesternacht lässt keinen Raum für Schönfärberei: Sowohl die Vorbereitung des Einsatzes, die das Innenministerium hätte kontrollieren müssen, als auch der Polizeieinsatz in der Nacht selbst waren unprofessionell. Der vorschnelle Versuch des Innenministeriums, die Polizei von jeder Schuld freizusprechen ("sie haben wirklich alles gegeben"), war rückblickend lächerlich.

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Aber leider nicht einmalig. Auch nach der Loveparade-Tragödie in Duisburg und dem Hogesa-Einsatz in Köln, wo eine überforderte Polizei randalierenden Pseudo-Fußball-Fans hilflos gegenüberstand, sprach NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) seine Polizei erst einmal reflexhaft von Fehlern frei. Auch in diesen Fällen stellte sich heraus: Die Polizei hat sehr wohl gravierende Fehler gemacht.

Den größten Fehler macht aber ein Innenminister, der das nicht wahrhaben will. Und zwar in Serie nicht wahrhaben will. Jäger hat viel von seiner Glaubwürdigkeit verloren und ist Teil des Problems.

(tor)